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mettermalt (fesslermill 1396)

Die Brennerei fesslermill gehört zur Fessler Mühle, welche noch in Betrieb ist. Neben einer beachtlichen Auswahl an Whisky produziert fesslermill unter anderem auch Gin, Rum, Korn und Liköre. 

mettermalt Classic Whisky, 4 Jahre, 40% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Whiskyfässer aus Schottland und Weinfässer der Region

Nase: Vanillezucker an Buttergebäck, leicht süßlich, erst einmal mild im Antritt. Einiges an Getreide schwingt mit, dahinter erst einmal eine gute Portion Zitrusfrucht. Limettensaft und frisch aufgeschnittener Granny Smith Apfel. 

Gaumen: Mild und seidig, das Apfelaroma nimmt stark zu und verdrängt nach kurzer Zeit das Getreide, eine angenehme und nicht aufdringliche Süße. Dahinter ein leichter Hang zur Bitterkeit. Holz, Kaffee, Karamell. 

Abgang: Mittellang, zum Ende hin trocken mit Karamell und leicht verbranntem Brot. 

Fazit: Mild, nicht zu komplex, keine Fehlnoten. Der Alkohol ist gut eingebunden. Ein angenehmer Begleiter für laue Sommerabende oder gesellige Runden. 83/100 Punkte (2021). Ich danke der Brennerei für die Probe.


mettermalt Lady Whisky, 4 Jahre, 40% alc. Originalabfüllung. Hier in der Variante „Rosenblüte“ 

Nase: Süßlich und fruchtig. Mandarinen, ein Hauch Orangen, trüber Apfelsaft. Dazu kommen Getreidearomen und etwas Karamell. 

Gaumen: Leicht seidige Struktur, die Fruchtaromen werden wiedergegeben, dazu einiges an Malz und Getreide. Der Alkohol ist gut eingebunden. 

Abgang: Erstaunlich lang und wärmend, der Whisky nimmt noch mal an Fahrt auf. Die Frucht verschwindet, Müslikekse mit einer bitteren Würze verbleiben. Deutlich trockener als auf dem Gaumen.

Fazit: Die Brennerei wirbt beim Lady Whisky mit der besonderen Milde. Dem stimme ich bis zum Abgang zu. Der Lady Whisky ist wirklich gut zu genießen. 78/100 Punkte (2021). Ich danke dem Hersteller für die Probe.


mettermalt Single Cask Emmer Whisky, 5 Jahre, 52,4% alc. Ausbau: kleines 45-Liter Sherryfass, limitiert auf 80 Flaschen 

Nase: Fruchtig und süß, angenehmer Antritt. Typische Sherryaromen kommen auf. Trockenfrüchte, Sultaninen, getrocknete Orangen, Mandeln und Süßholz. Dazu kommt ein wenig Buchweizenhonig. 

Gaumen: Kräftig und süß. Rosinen, Datteln, Brauner Zucker, etwas Muskat. Einiges an würzigem Holz, eine Spur Zimt. Dahinter leichte Bitterschokolade.

Abgang: Lang und wärmend, die Trockenfrüchte bleiben, die Süße auch. Dazu prickelnde Noten von Zimt, auch der Honig kommt kurz noch mal hervor. Zum Ende hin trocken.

Fazit: Ein wunderschöner Whisky. Kleines Fass, viel Kontakt zum Holz - ein herrlicher Tropfen. So macht Whisky Spaß! 88/100 Punkte (2021). Ich danke dem Hersteller für die Probe. 


mettermalt whisky Single Oat, 4 Jahre, 49% alc. Ausbau: neue amerikanische Eiche 

Nase: Speziell. Sehr speziell. Erst einmal ein starkes Aroma nach Grappa, dazu ein sehr fruchtiges Parfum, fast schon künstlich. Schwarze Oliven und überreife Äpfel. 

Gaumen: Hier schlägt der Hafer aber mal volles Brett zu. Sehr getreidig, zwischenzeitig fast schon staubig. Frühstücksflocken. Dazu weiterhin die starken Fruchtaromen der Nase. Außerdem schwingt im Hintergrund ein leicht bitteres Kakaoaroma mit.

Abgang: Mittellang und scharf, wärmend. Sehr wärmend. Ich korrigiere, sehr langer Abgang. Das hört gar nicht mehr. Einiges an trockenem Holz.

Fazit: Ein schon sehr spezielles Experiment, der Whisky ziemlich wild und ungestüm. Die Nase hat mich ehrlich gesagt überfordert, in vielen Einzelheiten erinnert mich dieser Single Oak eher noch an New Make, mit einigen Jahren im Fass kann da schon was gutes entstehen. Würde ich mein Punktesystem ansetzen, fällt er sehr deutlich durch. Aber gut, ich kann mich an irgendwelche Haferwhiskys auch bisher nicht erinnern - daher lasse ich das mal sein. Ich nehme es als experimentellen Versuch und sollte die Brennerei einen Weg finden, Haferwhisky für Whiskygenießbar trinkbar zu machen, probiere ich gerne wieder einen. —/100 Punkte (2021). Ich danke dem Hersteller für die Probe. 


mettermalt whisky VILLA HASLA, 4 Jahre, 44,5% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Weinfass (Single Cask, Lemberger vom Weingut Weiberle)

Nase: Einiges an Fruchtaromen. Traubensaft, etwas mürber Apfel, Birne. Die Weintrauben werden stärker, dazu Süßholz und eine ganz milde Würze, ganz entfernt ein Hauch Heuwiese.

Gaumen: Fruchtig süß, das Weinfass kommt klar und deutlich durch. Dazu bittere Eichenholztannine ohne zu stören. Sie geben Muskat und Ingwer ab.

Abgang: Lang und trocken, kurz meldet sich der Alkohol. Die Frucht zieht sich stark zurück, die holzige Würze übernimmt die Führung. Dazu gesellen sich Getreidearomen. 

Fazit: Ich bin positiv überrascht. Im Abgang spürt man einen Moment seine Jugend, insgesamt aber ein angenehmer Vertreter der Brennerei. 82/100 Punkte (2021). Ich danke der Brennerei für die Probe.


mettermalt whisky Wacken Edition 2021, 42,6% alc. Originalabfüllung. Batch L666-3. Ausbau: Schottische Whiskyfässer (mindestens ein Fass von Laphroaig) sowie Weinfässer aus der Region

Nase: Erstaunlich mild. Leicht fruchtig, sehr viel Vanille, Malz, Crema catalana mit angebranntem Karamell.

Gaumen: Kräftiger als die Nase, sehr viel Getreide (Schrot). Malz und Hafer, ein Hauch Holzrauch, ein leicht prickelndes Mundgefühl, etwas Zimt und Ingwer. 

Abgang: Eher Lang, wärmend und mit leicht holzigen Getreidearomen. 

Fazit: Dieser junge Whisky aus Deutschland ist kein Produkt einer Marketingabteilung sondern ein in kleiner Auflage produzierter Whisky. Nicht nur für Wacken-Fans sehr gut genießbar. 80/100 Punkte (2021). Ich danke dem Hersteller für die Probe.


 
 
 
 
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