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Banff

Hintergrundbild: thewhiskyvault.com

Banff 1974 - 1996, 40% alc. Abfüller: Gordon & MacPhail (Connoisseurs Choice, Old Map Label). Ausbau: keine Angabe

Nase: Einerseits etwas künstlich süß und andererseits ziemlich viel Natur. Fangen wir mal mit der süßen Komponente an. Ich finde Kiwi und Stachelbeeren, Fruchtgummi, Birnenkompott und Apfelwein. Daneben Heu, Stroh, frisch gefällte Eiche und feuchte Sägespäne in der Feuerschale. Im Hintergrund ganz minimal Pfeffer. Das Glas kurz absetzen um dann wieder dran zu riechen ist bei diesem Whisky grandios, diese Süße ist immer wieder präsent und ganz vorsichtig drängen sich die anderen Aromen in den Vordergrund.

Gaumen: Auch hier süß, dazu überraschend malzig und leicht bitter. Ich muss wieder an Stachelbeeren und Apfelwein denken, dazu Karamell und Pfeffer, Mandeln und grün/grasige Aromen, zum Ende hin Eiche pur. Leider deutlich weniger spektakulär als die Nase.

Abgang: Mittellang bis lang, mehr Würze. Eine Mischung aus Pfeffer, Fenchel und Senf neben milden Sommeräpfeln, Heu und Grapefruit. Eine deutliche Bitterkeit hält an.

Fazit: Beginnt stark und wird leider schwächer, etwas mehr Alkohol hätte diesem Banff bestimmt auch mehr Komplexität verliehen. Der Stil ist nicht ganz einfach, kann aber in geselliger Runde für viel Gesprächsstoff sorgen. 85/100 Punkte (2022)
Hintergrundbild: anonym


Hintergrundbild: anonym

Banff 1976 - 2000, 23 Jahre, 55,4% alc. Abfüller: Hallmark of St. James. Ausbau: keine Angabe

Nase: Gräser und Sträucher, frisch geschnittene Hecke, dazu verschiedene Blütenpollen. Vor so einem Geruch haben viele Allergiker erst mal Respekt, ich weiß wovon ich spreche. Immerhin tränen mir die Augen nicht, der Alkohol ist perfekt eingebunden. Wir bleiben in der Natur, ich finde feuchten Lehm, Moos und Nadelwald. Mit der Zeit kommen etwas Limette und Birne dazu, auch ein hauchzartes Vanillearoma. Entfernt ein bisschen Holzrauch. Insgesamt ziemlich unaufgeregt und harmonisch.

Gaumen: Viel weniger grasig, dafür kommen hier intensive Fruchtaromen auf. Äpfel, Orangen und Birnen, Aprikosen und sogar etwas harte Bergpfirsiche. Im Hintergrund eine Mischung aus Bienenwachs, Schwarztee und Eukalyptus, zudem finde ich wieder diesen ganz leichten Holzrauch und daneben Karamell.

Abgang: Lang und viel Eichenholz, nun auch nicht mehr Holzrauch sondern dezent Torf. Die Fruchtaromen sind wieder milder und gehen ähnlich der Nase eher in Richtung Limette und Zitrone, dafür kommen kräftige Kräuter/Gewürzaromen auf, darunter Pfefferminz, Salmiak und entfernt Melisse. Leder und Milchschokolade runden ab.

Fazit: Herrlich komplex. Die Nase startet ja noch relativ ruhig, aber vielschichtig - tja, danach wird es dann richtig spannend. Ein ganz großer Whisky. 90/100 Punkte (2022)

 
 
 
 
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