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Port Dundas

Port Dundas wurde 1811 in Glasgow als Malt-Brennerei erbaut und nach der Umstellung auf Grain Whisky zeitweise zur größten Whiskybrennerei Schottlands. Diesen Wachstum verdankte die Brennerei vor allem durch die Übernahme anderer Nachbarbrennereien, darunter „Cowlairs“ und „Dundashill“. 

Port Dundas überlebte zwei Feuer, bei einem sind 1903 mehrere Gebäude komplett ausgebrannt. Nach dem Wiederaufbau wurde die Produktion noch einmal während des zweiten Weltkrieges eingestellt. Im Jahr 2011 wurde Port Dundas geschlossen und die Anlagen abmontiert. 


Hintergrundbild: Hunter Laing

Port Dundas 1976 - 2014, 36 Jahre, 59,4% alc. Abfüller: Hunter Laing (The Sovereign). Ausbau: Refill Hogshead Nr. 10877

Nase: Floral und fruchtig, einiges an Gräsern und Heu. Dazu frisch gesägtes Eichenholz und Kiefernspäne, frische Birnen und Sommeräpfel. Im Hintergrund ein wenig Marzipan und Karamell. Er wird dann ein wenig würziger, auch das Getreide wird intensiver.

Gaumen: Sehr süß, gezuckerter Milchkaffee, Ahornsirup, Birnendrops und einiges an Fudge. Dazu Erdnüsse und Nougat, würzige Eiche ohne Bitterkeit.

Abgang: Sehr lang und süß. Gezuckertes Popcorn, Milchkaffee, geröstete Erdnüsse.

Fazit: 36 Jahre im Fass und aus meiner Sicht hätten es ruhig noch ein paar mehr sein dürfen, zumindest ist vom Alter noch nicht so viel zu spüren. Immerhin bekommt man hier aber einen sehr süßen Port Dundas mit einem ersten Einschlag Eichenholz, welches das Aromenprofil super ergänzt und den Genießer zugleich nicht überfordert. 87/100 Punkte (2021)


Hintergrundbild: Douglas Thomson

Port Dundas 2000-2021, 21 Jahre, 57% alc. Abfüller: Douglas Thomson. Ausbau: Bourbonfass Nr. 305494 (Refill Hogshead)

Nase: Cornflakes, schon mal ein angenehmer Einstieg. Dahinter kommen dann Fruchtaromen auf, insbesondere Mango und Papaya, etwas Kokos und Ananas. Anschließend geht es zurück zum Anfang, diesmal eher Vanillegebäck. Im Hintergrund eine leichte Mischung aus Pfeffer und Ingwer.

Gaumen: Kräftig und erstaunlich bitter. Eine Mischung aus Gebäck, Grapefruit und Banane, Aprikose, Karamell und angekohltes Weißbrot. Dazu Aprikosenkerne, Mandeln und ziemlich viel Pfeffer. Die Bitternoten zusammen mit dem Pfeffer sind sehr dominant und überlagern schnell alles andere. Der Alkohol ist hingegen gut eingebunden.

Abgang: Sehr lang und wärmend, nun mehr Banane und verschiedene Gewürze, darunter Pfeffer, Muskat und Ingwer. Der Abgang bleibt noch lange im Gedächtnis.

Fazit: Ein unerwarteter Auftritt. Deutlich weniger süß und seidig wie andere Port Dundas, in der Nase sehr harmonisch und angenehm fruchtig. Dann schlägt der Whisky jedoch voll zu und entfaltet sich ziemlich kräftig mit der einen oder anderen Extreme. Weder ein daily dram noch easy drinking, aber auch kein schlechter Whisky. 82/100 Punkte (2022).


Port Dundas 2006 - 2021, 15 Jahre, Single Grain. 50,2% alc. Abfüller: TnT-Casks. Ausbau: Sherryfass (Refill Sherry Butt) Nr: TNT314748

Nase: Fruchtig und süß. Früchtemüsli, Kokosflocken und Birne, zudem ein paar Weintrauben, ein Hauch Papaya. Dahinter finde ich zudem Mandeln, Karamell und Marzipan neben einer leichten Ingwerschärfe und Pfeffer.

Gaumen: Fruchtig aber weniger reif und leicht zurückhaltend. Etwas harte Birne, getrocknete Aprikosen, Pfirsich, Mandeln und Erdnüsse, Karamell. Dann Marzipan und Schokolade, zum Ende hin schwarzer Pfeffer und Muskat.

Abgang: Lang und trocken, neben einer fruchtigeren Komponente auch Senf sowie kandierter Ingwer mit einer längeren Schärfe, Milchkaffee.

Fazit: Die Nase lässt einen fruchtig süffigen Whisky erwarten, dieser Port Dundas geht dann auf dem Gaumen aber einen etwas anderen Weg. Spannende Wendung, wenn auch nicht ganz leicht. 84/100. Punkte (2022) 


Port Dundas 24 Jahre, abgefüllt 2015, 41% alc. Abfüller: Vom Fass. Ausbau: unbekannt

Nase: Eine Mischung aus leichtem Honig und Fruchtkaugummi steigt mir entgegen, dazu ein sehr deutliches Vanillearoma sowie Kokosmilch. Süß und mild ist dieser Port Dundas, Vanillezucker, Bienenwachs, unreife Aprikose, ein Hauch Birne.

Gaumen: Sehr mild, leicht süß und fruchtig. Vanillegebäck, Orangensaft, Butterkekse und kandierter Ingwer, etwas Kardamom und ein zarter Hauch Pfeffer.

Abgang: Eher kurz und sehr weich, aromatisch wie auf dem Gaumen.

Fazit: Das Bourbonfass kann sich zwar nicht verstecken, dennoch hätte ich diesen Port Dundas deutlich jünger eingeschätzt. Ein sehr weicher und milder Vertreter der Brennerei. 83/100 Punkte (2021)

 
 
 
 
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