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Aktuelle Empfehlungen 

Hier finden Sie meine aktuelle Empfehlungen.  Die Auswahl erfolgt nach persönlicher Bewertung, dabei wird aber auch die Verfügbarkeit berücksichtigt. I Sortiert sind die Empfehlungen nach der Aktualität.

Loch Lomond 21 Jahre, 46% alc. Originalabfüllung (2022). Ausbau: Bourbonfässer

Hintergrundbild Whiskybase

Nase: Kokosnuss und Bambus neben karamellisierten Äpfeln, so mein erster Eindruck. Dazu kommen etwas Honig und Ahornsirup, Vanillepudding und dunkles Steinofenbrot. Weiter finde ich etwas Kinderlakritz und Thymian, Anis und getrocknete Gräser. Auch Gewürznelken und frisch gesägte Eiche fallen mir auf.

Gaumen: Weniger intensiv als in der Nase, recht fruchtig mit Apfel, Aprikose und Pfirsich. Dazu kommen Spekulatius und Vanillekekse, anschließend wird der Loch Lomond deutlich trockener und bitterer. Marzipan, Mandeln, Eiche und Karamell mit einer zarten Spur Orangenmarmelade.

Abgang: Sehr lang, hier übernimmt das Eichenholz die Führung. Etwas Holzrauch, Gerbsäure, Tabak und viel bittere Eichenholztannine. Die Bitteraromen halten wahnsinnig lang an.

Fazit: Der manchmal etwas roh wirkende Charakter der Brennerei wird bei dieser Abfüllung komplett vom Holz eingenommen. Ich hätte diesen Whisky so gerne in Fassstärke! 87/100 Punkte (2022).

Glen Elgin 2007 - 2020, 12 Jahre, 48% alc. Abfüller: Elixir Distillers (The Single Malts of Scotland). Ausbau: Vier Fässer im Small Batch, keine weitere Angabe

Nase: Fruchtig und harmonisch, ich rieche Sommeräpfel, etwas Apfelkuchen mit Streuseln und Schlagsahne. Im Hintergrund Vanilleeis mit Mandelsplittern. Außerdem Zuckerrübensirup, Honigmelone und Malz, ganz entfernt zeigt sich ein wenig feuchtes Eichenholzfass.

Gaumen: Apfelkompott trifft auf Stachelbeerkuchen und Blätterteig, dazu Pekannüse und Mandeln, Orangenabrieb und Vanillepudding mit Karamellsoße. Auch ein wenig Muskat und Kardamom sind zu finden.

Abgang: Mittellang, hier nun neben der Frucht deutlich mehr Malz und dunkles Süßgebäck.

Fazit: Wie ein junger Glen Elgin mit seinen 12 Jahren sein soll, kein Wunder der Komplexität und auch nicht viel Spannung, dennoch gibt es insbesondere in der Nase etwas zu entdecken und der Whisky fällt sommerlich fruchtig aus. 85/100 Punkte (2022)

Ben Nevis 2012 - 2022, 9 Jahre, 57,7% alc. Abfüller: Mossburn für whiskykanzler.de. Ausbau: Nachreifung im Madeira-Fass (Hogshead). Nr. 403

Nase: Der Whisky startet tief fruchtig und dahinter zugleich angenehm rauchig, der typisch dreckige Ben Nevis Rauch, beides zusammen hält die Aromen erst einmal eng verwoben. Ich rieche Backpflaumen und Mirabellen, dazu Orangenabrieb und Aprikosenmarmelade, dazwischen kommen dunkle Bratensauce und Balsamicocreme auf. Kurz wird der Ben Nevis dreckiger, ich denke an Erde und Holzrauch, dann wieder fruchtiger mit Dosenmandarinen und kurz sogar richtig blumig und honigsüß. Im Hintergrund finde ich weiße Schokolade mit Trauben und Fudge. Eine sehr komplexe Nase.

Gaumen: Intensiv, sehr viel Orangen und Mandarine im ersten Eindruck, dazu Kakaobutter und dünner Kaffee, vielleicht ein Hauch Stachelbeere und Kirsche. Danach muss ich an dunklen Pizzarand denken, bevor der Ben Nevis anschließend deutlich würziger wird. Der Alkohol ist gut eingebunden, dahingegen belegt der Rauch zusammen mit einer starken Gewürzkomponente die Zunge. Pfeffer, Piment, Gewürznelken und eine leichte Ingwerschärfe.

Abgang: Lang, hier kommen nun neben Grapefruit und Mandarinen auch erstaunlich viel Eiche und eine lang gezogene Zimtnote zum Vorschein. Zimt und Cayenne-Pfeffer halten lange an.

Fazit: Kein leichter Ben Nevis, aber das bedingt ja schon der Grundcharakter. Dafür bekommt man hier eine schön komplexe Nase und einen spannenden Geschmack, auch der Abgang weiß zu überzeugen. 86/100 Punkte (2022)


Linkwood 2011 - 2022, 11 Jahre, 57,5% alc. Abfüller: Mossburn für kierzek-berlin.de. Ausbau: Bourbonfass, Nachreifung in einem Cognacfass (barrel)

Nase: Haferbrei mit Zitrusfrüchten, so mein erster Eindruck. Ich finde Limetten, Zitronenkuchen, rohen Keksteig und Aspirin, bevor der Linkwood mehr Frucht entwickelt und deutlich buttriger wird. Ich rieche nun Birnen, Trauben und ganz leicht Banane, die Birne wird anschließend kräftiger und süßer. Im Hintergrund schwebt eine ganz zarte Kräuternote, die ich am ehesten als Melisse beschreiben würde.

Gaumen: Buttrig süß, leicht nussig und angenehm fruchtig. Irgendwie muss ich erst einmal an Pudding denken, aber an welchen nur? Vielleicht eher Mischung aus Zabaione und Crème brûlée. Auch hier wieder angenehme Zitrusfrüchte, aber dezenter als in der Nase. Dafür mehr reife Äpfel und Banane, zudem Mandeln und ein gemischte Beerenmarmelade. Auch finde ich einen ganz dezenten Rauch, erinnert an Zigarrentabak.

Abgang: Mittellang, setzt den Eindruck des Gaumens fort. Ein wenig Pfeffer kommt noch dazu.

Fazit: Ein Linkwood mit aromatischen Ergänzungen, genau so soll eine Nachreifung auch wirken. Eine Abfüllung die gleichermaßen zur intensiveren Beschäftigung wie zum einfachen genießen einlädt. 86/100 Punkte (2022)

Glen Moray 2007 - 2022, 14 Jahre, 46% alc. Abfüller: Alba Import (The Alba Trail). Ausbau: Bourbonfass (first fill barrel).

Hintergrundbild Alba Import

Nase: Süße Haferkekse und Obst, dazu verschiedene Gräser. Ich finde saftige Äpfel und Birnen, eine leichte Holzwürze sowie Vanillepudding. Im Hintergrund finden sich eine leichte Spur Eukalyptus und ganz zart ein wenig Zimt.

Gaumen: Sehr süß und angenehm, erst cremig, dann ein wenig trockener. Der Glen Moray beginnt mit viel Vanille, etwas Müsli und Malz. Dazu kommen Kandiszucker, Johannisbeeren und getrocknete Äpfel. Kakaobutter, Vanillefudge und Karamell wissen gut zu ergänzen.

Abgang: Mittellang, leicht trocken. Weiter süß und fruchtig, hier kommen nun ein paar Zitrusfrüchte dazu. Außerdem ist das Eichenholz stärker ausgeprägt, eine angenehme Bitterkeit hält länger an.

Fazit: Ein schöner Whisky aus einem sich klassisch entwickeltem Bourbonfass, perfekt für die aktuellen Hitzewellen. 85/100 Punkte (2022)


The Wild North Canadian Rye Whisky, 5 Jahre, 43% alc. Ausbau: Bourbonfässer
Hierbei handelt es sich um einen Blend verschiedener Altersstufen, 90% sind 5 Jahre gereift, die anderen 10% bis zu 11 Jahre alt.

Nase: Angenehm sanft und gleichzeitig aromatisch. Ich rieche Zedernholz, Fudge, Toast mit viel Butter und eine leichtes Orangenaroma. Im Hintergrund halten sich zarte Gewürze, sie passen in das sanfte Gesamtbild. Ein Hauch Zimt und etwas Kardamom, ganz entfernt ein wenig Roggenbrotkruste mit Zuckerrübensirup. 


Gaumen: Macht weiter wie in der Nase, wird dabei jedoch intensiver. Es vermischen sich Karamell, Fudge und Orangenabrieb mit Zimt, Pfeffer und Kardamom. Dabei wirkt die Komposition ohne Ecken und Kanten, angenehm süffig und aromatisch.

Abgang: Kurz bis mittellang. Die Gewürze sind weiter präsent, daneben kommen nun Sandelholz und eine deutlich stärker ausgeprägte Süße hervor.

Fazit: Ausgeglichen, fast schon zahm. Empfehlungen sehen diesen Rye vor allem als sehr gute Basis für Cocktails, ich würde ihn einfach in geselliger Runde auf den Tisch stellen. Ein guter Whisky für einen guten Preis. 84/100 Punkte


Indri Trini, The Three Wood, Batch 2, 46% alc. Originalabfüllung (2022). Ausbau: Bourbon-, Wein-, und PX-Sherryfässer.

Nase: Süß, fruchtig und leicht blumig. Erst einmal Ahornsirup neben Ananas und Aprikosen, dazu etwas Litschi und gebrannte Mandeln. Dann viel Pfirsich, auch Eistee mit Pfirsichgeschmack. Im Hintergrund hält sich ein leichtes Röstaroma, ich muss an dunkles Toast mit Marmelade denken. Nach ein paar Minuten kommt nach dieser ersten Fruchtbombe auch zartes Eichenholz durch.

Gaumen: Cremig und fruchtig, recht leichtes Mundgefühl zu Beginn, baut sich dann aber noch würzig auf. Auch hier erst einmal fruchtig und süß, jedoch viel würziger als in der Nase. Die Eiche ist stärker, Muskat und Zimt kommen auf, außerdem weiße Johannisbeeren.

Abgang: Lang, fruchtig, Obstkorb. Auch hier wieder eine leicht florale Komponente, die Gewürze haben sich etwas beruhigt, zartes Karamell hält mit Pfeffer und Zimt noch etwas an.

Fazit: Was ein Release für ein mir doch so unbekanntes Whiskyland. Ein Whisky der sich nicht verstecken muss, zudem ist die unverbindliche Preisempfehlung eine echte Kampfansage. 84/100 Punkte (2022)

 
 
 
 
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