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Aktuelle Empfehlungen 

Hier finden Sie meine aktuelle Empfehlungen.  Die Auswahl erfolgt nach persönlicher Bewertung, dabei wird aber auch die Verfügbarkeit berücksichtigt. In der Regel liegen die Marktpreise der hier vorgestellten Abfüllungen noch nicht im dreistelligen Bereich. Sortiert sind die Empfehlungen nach der Aktualität.

Dezember 2021 

Benromach 15 Jahre, 43% alc. Originalabfüllung (2021). Ausbau: erstbefüllte Bourbon- und Sherryfässer

Nase: Schmutzig ist meine erste Assoziation. Angekohlter Tabak, Holzasche und geröstete Nüsse, Torfrauch. Dahinter folgen dann Kakao und Paprikapulver, etwas schwarzer Pfeffer und Milchschokolade. Es entwickelt sich eine Süße mit einer Mischung aus hellen Honigaromen und dunklen Beeren. Schön komplexe Nase.

Gaumen: Erst cremig und dann recht schnell trocken, fast schon salzig. Die Nüsse sind zurück, gesalzene Pistazien und Malz, außerdem angenehme Fruchtaromen. Bratäpfel, noch leicht unreife Banane, Pfeffer in dunkler Schokolade. Die Süße hält sich zurück.

Fazit: Ein Benromach wie ich ihn liebe, komplex und dirty, trotzdem wunderbar harmonisch und auch mal ohne tiefere Analyse genießbar. Ein Whisky für jeden Abend auf ganz hohem Niveau. 87/100 Punkte (2021)


Glenlivet 12 Jahre, Licensed Dram, 48% alc. Originalabfüllung (2021). Ausbau: Bourbon- und Sherryfässer (First Fill)

Nase: Heuwiese und eine angenehm blumige Fruchtigkeit, eine Mischung zwischen leicht cremigen Sahnekaramell, Honig und Gewürzen folgt direkt dahinter. Orangenmarmelade, Sommeräpfel und Pfirsich. Dazu mischen sich leichte Aromen von Ingwer und Zimt. Außerdem Gebrannte Mandeln, Gewürznelken und ganz zart Marzipan. Alles in allem sehr harmonisch aufeinander abgestimmt.

Gaumen: Cremig und süß, einiges an dunklem Honig und Malz, eine angenehme Nussmischung. Der Whisky wird dann trockener und würziger, die Gewürze der Nase kommen direkt wieder. Neben Zimt und Ingwer finde ich auch Anis und Pfeffer.

Abgang: Mittellang bis lang, die Frucht gelangt in den Hintergrund, die Süße vom Honig bleibt. Dazu kommen wieder die Gewürze und grüner Tee.

Fazit: Ein Glenlivet mit mehr als 40% Alkoholgehalt und er wirkt gleich viel reifer als einige der anderen Originalabfüllungen. Der Licensed Dram transportiert neben seiner Süße wunderbare Gewürze, insgesamt ein sehr ausgewogener Single Malt, der wirklich Spaß macht. 

November 2021

Benromach Peat Smoke 2012 - 2021, Sherry Cask Matured. 46% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Sherryfässer (first fill, hogsheads).

Nase: Stark rauchig, gleichzeitig wunderbar fruchtig und würzig. Der Rauch startet mit mineralischen und ganz leicht maritimen Aromen, etwas geräucherter Fisch, Lagerfeuer und Strandgut. Dazu Lösungsmittel und Paprika, gegrilltes Fleisch mit süßer BBQ-Sauce. Dahinter finde ich dann Chili in dunkler Schokolade. Trotz der 55ppm Torfrauch im Malz erschlägt der Rauch nicht die anderen Aromen, vielmehr wird der Benromach-Charakter noch einmal verstärkt.

Gaumen: Ölig, erdig und viel Torfrauch. Trockenfleisch, Pfeffer und eine ordentliche Portion Eichenholz. Die Süße ist nicht mehr ganz so stark wie in der Nase, dafür kommen Leder, Tabak, Malz und Mandeln zum Vorschein. Die Paprika kommt zusammen mit der Chili-Schokolade wieder, außerdem etwas Orangenmarmelade, Ingwer und Muskat, ganz entfernt Zimt.

Abgang: Lang und wärmend, hier dominiert nun der Rauch. Dahinter entdecke ich noch einmal Trockenfrüchte, Pfeffer und Ingwer.

Fazit: Ich musste mir 40 Minuten Zeit nehmen und diesen Benromach immer wieder atmen lassen, es hat sich gelohnt. Ein wunderbar komplexer Single Malt, der wirklich viel zum Entdecken anbietet. 89/100 Punkte (2021)


Clonakilty Crossroads Imperial Stout Cask Finish, Batch Crsrds#001, 57,2% 57,2% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Bourbonfässer, Nachreifung in Imperial-Stout-Fässern von Crossroads

Typ: Single Malt Whiskey

Nase: Zurückhaltend mit einigen Getreidearomen. Roggenbrot fällt mir auf, Röstmalz kommt hinterher. Außerdem einiges an leichter Bitterschokolade mit Mandelsplittern. Außerdem eine Mischung aus Zitrusfrüchten, Trauben und Vanille, im Hintergrund milde Gewürze. Der Alkohol ist gut eingebunden, kann sich aber auch nicht ganz verstecken.

Abgang: Sehr lang und sehr wärmend, weiterhin sehr würzig mit viel Eichenholz, Trauben und Stachelbeeren, Kakao und Milchkaffee.

Fazit: Viele Nachreifungen in Bierfässern sind bisher bei mir durchgefallen, dieser hier nicht. Der kraftvolle Antritt in Fassstärke wirkt kurz mal chaotisch auf dem Gaumen, ist aber wirklich schön. Ich empfehle auf Wasser zu verzichten, gönn dir die volle Breitseite. 85/100 Punkte (2021)


Glenlivet 18 Jahre „Batch Reserve“, 40% alc. Originalabfüllung (2021). Ausbau: Bourbon- und Sherryfässer

Nase: Samtig weich und fruchtig, kommt sehr elegant daher. Apfelkuchen, Kirschen und Karamell. Zudem getrocknete Aprikose und Pfirsich. Dahinter folgen zarte Eichenholzaromen mit milden Gewürzen, darunter ein wenig Muskat und ganz entfernt ein Hauch Zimt, Malzzucker und Honig.

Gaumen: Fruchtig geht es weiter. Orangen und Aprikosen, etwas Schwarztee und Rosinen. Hier auf dem Gaumen kommt nun das Alter mit dem Eichenholz stärker zu tragen, die Gewürze werden ein wenig kräftiger und bitterer.

Abgang: Lang und leicht trocken. Hier kommen noch einmal die Rosinen auf, dazu etwas Schokolade und Orangen. Die milde Bitterkeit der Eiche hält lange an.

Fazit: Dieser Glenlivet tritt ähnlich auf wie seine jüngeren Geschwister, die Gewürze und das Eichenholz stehen jedoch viel stärker im Vordergrund, ohne zu überfordern. Auch hier haben wieder einen sehr eleganten und rundum harmonischen Single Malt. 85/100 Punkte (2021)


Tomintoul 16 Jahre, 40% alc. Originalabfüllung (2021). Ausbau: Bourbon- und Sherryfässer

Nase: Wildblumenwiese, Heu und elegante Orangenaromen. Dazu kommt Mandarinenschale, auch das Malz ist dezent da. Die Süße wird dicker, Orangenmarmelade und ein hauch gezuckerte Äpfel. Im Hintergrund hält sich grüner Tee.

Gaumen: Würzig und fruchtig, wieder die Orangenmarmelade, dazu ein Spritzer Zitronensaft. Getragen werden die Fruchtaromen von Zimt und Pfeffer, ganz wenig Ingwer und ein Hauch Hauch Nougat in dunkler Schokolade.

Abgang: Sehr lang, Shortbread mit Orangenmarmelade und Gewürzen. Zum Ende hin bleiben Kakao und Espresso sowie ein wenig Pfeffer.

Fazit: Harmonisch rund, die Gewürze ergänzen den fruchtigen Charakter. 2014 hatte ich schon mal einen 16-Jährigen Tomintoul, heute ist er deutlich runder. 84/100 Punkte (2021).


The Temple Bar, 14 Jahre, 43% alc. Originalabfüllung. Ausbau: 13 Jahre im Bourbonfass, 1 Jahr Nachreifung im argentinischen Malbec-Weinfass der Bodega Bianchi

Typ: Single Malt Whiskey

Nase: Wunderbar reif, ausgewogen zwischen fruchtig und würzig. Johannisbeeren und Weintrauben, ein wenig milder Apfel und klare Würze. Etwas Holzrauch, Pfeffer und Kakao, frisch gesägte Eiche, eine ganz milde Spur Zimt im Hintergrund. Das Kakaoaroma wird mit etwas Zeit milder und erinnert eher an sahnigen Schokoladenpudding.

Gaumen: Weniger Frucht und deutlich mehr Würze. Der Schokoladenpudding ist sofort wieder da, dazu leichte Vanillesauce, Brombeeren und Blaubeeren. Pfeffer und Zimt werden stärker, Rosinen gesellen sich dazu. Die Aromen schwanken immer wieder, bleiben aber im Kern reif und würzig.

Abgang: Sehr lang und würzig, Zimt und Pfeffer halten sich zusammen mit Karamell.

Fazit: Bei Nachreifungen im Weinfass bin ich ja schon immer skeptisch, hier hat es wunderbar funktioniert. Nicht überlagert, passen die würzigeren Weinfassaromen perfekt in den Ausgangswhiskey und ergeben einen vollmundigen Genuss, sehr gut gemacht! 87/100 Punkte (2021). Ich danke Irisch-whiskeys.de für die Probe.


Glasgow 1770 Peated - Rich & Smoky, 46% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Neue Eichenholzfässer und Nachreifung in Sherryfässern

Nase: Klare Sherryaromen neben Rauch. Sehr süß und ziemlich dick aufgetragen. Brombeeren, Datteln und Heidelbeermarmelade, dazu Grill- und Räucheraromen. Torf, Schinken, Lakritz und ein wenig Orangenabrieb, etwas Kakao. Im Hintergrund hält sich mild Lavendel.

Gaumen: Weich, etwas ölig. Getrocknete Aprikosen, milder Pfeffer ohne viel Schärfe, würzige Eiche mit etwas Muskat. Außerdem einiges an Heidekraut und Torfrauch, ein wenig Thymian-Hustensaft und wieder Lakritz, zum Ende hin verschiedene Pfeifentabake.

Abgang: Mittellang bis lang, sehr viel Rauch und Süße. Süße Kirschen zusammen mit BBQ und Ingwer, etwas Teer und Kakao.

Fazit: Richtig toller Whisky, die Kombination aus Rauch und Sherryfass passt wunderbar. Bitte mehr von dieser Qualität! 86/100 Punkte (2021)


Kilchoman Machir Bay, 46% alc. Originalabfüllung (2021). Ausbau: Bourbon- und Sherryfässer. Malz mit 50ppm getorft.

Nase: Viel Torfrauch, süßlich und mit viel Vanille sowie Zitrusfrüchten. Es folgen Fudge und Karamell, danach weicht die Süße und der Rauch kommt zurück, diesmal deutlich medizinischer, aber auch etwas frische Kaminasche ist dabei.

Gaumen: Starker Antritt, Süße gepaart mit viel Rauch, die Zitrusfrüchte nur noch im Hintergrund. Dafür Malz, Honig und Asche, etwas Karamell und minimal Ahornsirup. Marzipan in Torfrauch.

Abgang: Lang, rauchig und weiterhin süß. Blutorangen, Grapefruit, verbranntes Karamell und Asche.

Fazit: Jung und ungestüm, ein schöner Islay-Malt mit einer wunderbaren Mischung aus Süße und Rauch. Gut gemacht. 84/100 Punkte (2021) 


Thousand Mountains Mc Raven Single Malt Whisky Cask Strength, 2018 - 2021, 3 Jahre, 59,6% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Rotweinfässer und Nachreifung in Bourbonfässern.

Nase: Vom Alkohol keine Spur, wunderbar eingebunden. Startet wie die Abfüllung in Trinkstärke. Malz und Esskastanien, dazu Vanille, Toffee sowie Marzipan. Einiges an milden Schokoladenaromen, Pfeffer und eine Spur Chili, trockene Eichenhölzer. Im Hintergrund ein wenig Sandelholz und Rosinen, Pflaumenmus mit Zimt.

Gaumen: Sehr süß und kräftig, wird dann schärfer und würziger. Startet mit Traubengelee und Honig, dazu Malz und Vanillekekse, etwas Zimt. Dann sehr viel trockene Eiche, Gewürznelken und eine Mischung aus Chili, Meersalz und buntem Pfeffer.

Abgang: Sehr lang und wärmend, weiterhin wie auf dem Gaumen, süß und pfeffrig scharf, aber ohne alkoholisch zu wirken. Auf den Lippen bleibt ein angenehmes Chiliaroma zurück.

Fazit: Wer auf Chili-Schärfe im Whisky steht ist hier genau richtig. Komplex aber nicht überfrachtet, gerne mehr davon. 84/100 Punkte (2021)

 
 
 
 
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