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Springbank

Springbank wurde 1828 gegründet und hat die meisten Krisenzeiten gut überstanden, nur zwischen 1926 und 1935 wurde nicht produziert. Eine Besonderheit ist, dass die Brennerei die verwendete Gerste komplett in der eigenen Mälzerei verarbeitet. Insgesamt arbeitet Springbank sehr handwerklich und verzichtet auf große Automatisierung. 

Neue Beiträge

Springbank 10 Jahre, 46% alc. Originalabfüllung (abgefüllt 18.01.2022, Flaschencode 22/09). Ausbau: Bourbon & Sherryfässer

Hintergrundbild whiskybase shop

Nase: Dieser Springbank beginnt mit Torfrauch und wirkt erst einmal recht maritim und mineralisch. Das bleibt auch ziemlich lange so. Langsam kämpfen sich ein wenig Honig und Birne in den Vordergrund, etwas Apfel und Mandarine folgen, der Rauch verdeckt aber weiterhin die Sicht. Beschreibe ich also diesen ein wenig detaillierter. Er erinnert an ein schon länger abgelöschtes Feuer am Strand, also nicht mehr so intensiv. Die Wellen werden höher und das Wetter etwas ungemütlicher, Rauch, Meersalz, Treibgut. Dann erkenne ich noch ein wenig Pfeffer. 


Gaumen: Viel Malz, dunkles Roggenbrot, etwas Orange und Grapefruit, unreife Äpfel und Bananenschale. Daneben etwas Kreide und milder Torfrauch, angebranntes Karamell. Zudem finde ich trockene Eiche und Meersalz, etwas Pfeffer und Kakaopulver, Walnussmehl.

Abgang: Lang, vereint Nase und Gaumen sehr gut. Auch hier trägt der elegant maritime Torfrauch die Aromen. Grapefruit, getrocknete Bananenchips, viel Muskat und grüner Pfeffer.

Fazit: Elegant rauchiger Springbank, weniger fruchtig als vergleichbare Abfüllungen, dafür aber wunderbar harmonisch und trotzdem spannend. 87/100 Punkte (2022)

Hintergrundbild: @whiskybase Shop


Springbank 10 Jahre, 46% alc. Originalabfüllung (abgefüllt 17.03.2021, Flaschencode 21/51). Ausbau: Bourbon und Sherryfässer

Hintergrundbild whiskybase shop

Nase: Rauchig und fruchtig, beides in gutem Einklang. Honigmelone, reife Mango und Birne treffen auf Torfrauch, Eichenholz und feuchte Steine. Außerdem muss ich an einen Lehmofen denken. Mit etwas Zeit werden die Fruchtaromen eher in den Hintergrund verdrängt, Pfeffer und Ingwer kommen auf, dazu Malz und warmes Brot.

Gaumen: Noch mal ein Zacken schärfer, intensiver, dreckiger. Maschinenhalle trifft auf Dampfmaschine und exotische Früchte, zudem relativ viel Schärfe und Bitterkeit. Aber mal sein wenig sortierter. Asche, Kreide, Torfrauch, Zimt und Ingwer, Ananas und Mango, viel Grapefruit sowie eine Mischung aus Stachelbeere und Rhabarber.

Abgang: Mittellang, wird trocken, Pfeffer, Limette, Grapefruit und Karamell, Malz, Kreide und Mehl.

Fazit: Ein spannender Springbank mit ziemlich vielschichtigem Profil und nach dem Abgang mit einem recht mehligen Mundgefühl. Spaß macht er auf jeden Fall, den großen Lobeshymnen wird er aber nicht gerecht. Auf dem Gaumen wirkte er zudem kurz recht alkoholisch, trotz der Trinkstärke. 85/100 Punkte (2022)


Springbank 15 Jahre, 46%. Originalabfüllung (abgefüllt 24.1.2022, Flaschencode 22/11). Ausbau: Sherryfässer



Hintergrundbild whiskybase shop

Nase: Die Sherryfässer sind sofort erkennbar, der sonst doch schmutzig wirkende Rauch jüngerer Abfüllungen ist kaum präsent. Waldbeerkonfitüre und eingekochte Pflaumen, recht süß im ersten Eindruck. Dazu finde ich leichten Torfrauch, Leder und Zimt, etwas Hopfen und Rosinen, Datteln. Außerdem dezent Latschenkiefern, Haselnüsse und ein Hauch Menthol.

Gaumen: Die Süße ist sofort da, der Rauch kämpft mit getrockneten Früchten, Küchenkräutern und einer Mischung aus Pfeffer und Zimt. Pflaumenmus, schwarze Johannisbeeren, Orangenabrieb und Leder. Dazu wird das Eichenholz immer kräftiger, zudem kommen Schokolade und eine leichte Schwefelnote auf.

Abgang: Sehr lang, süß und holzig, leicht würzig. Eine Mischung aus Zimt, dunkler Schokolade und Espresso, Mandeln und ein wenig Ruß.

Fazit: Richtig starke Sherryfassabfüllung, eine herrliche Vollreifung. Die Fässer überlagern fast schon den Brennereicharakter, was ich persönlich aber überhaupt nicht schlimm finde. Nichts für jene, die leichte Schwefelaromen nicht abkönnen. 89/100 Punkte (2022).


Archiv

Originalabfüllungen

Springbank 12 Jahre CS, Batch 8, 52,3% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Sherry- und Bourbonfässer

Nase: Torfrauch und Orangenmarmelade, die Orangen werden bald trockener und von Schokolade ummantelt. Dahinter hält sich Waldhonig und leicht bittere Lakritze, zudem Heidekraut. Die Schokolade wird dunkler, dazu Kaffeebohnen.

Gaumen: Weniger fruchtig als die Nase, viel mehr Würze mit weißem Pfeffer und auch Lakritz kommt wieder. Die Aromen beruhigen sich schnell und werden salziger. Schokolade mit Meersalz und trockenen Früchten. Delikat.

Abgang: Sehr lang und etwas pfeffrig, Kakao und Espresso.

Fazit: Sehr schöner Springbank. Mit 12 Jahren schon fast perfekt ausgereift. 87/100 Punkte (2014)


Springbank 15 Jahre, Originalabfüllung, 46% alc.

Nase: Sherrytöne, Rosinen, leichte Beerenfrüchte, Cranberrys, dunkle Herrenschokolade, Marzipan und eine entfernt blumige Note. Ein Hauch Zigarrenkiste. Zudem ist ein ganz entfernter Rauch spürbar, dieser lässt den Whisky noch vielschichtiger wirken.

Gaumen: Wieder die Schokolade mit hohem Kakaogehalt, dazu etwas Espresso. Datteln und Rosinen, ganz leicht Malz und Toffee. Angenehm.

Abgang: Eher mittellang mit einem trockenem und leicht würzigem Ende. Sehr geschmeidig. Der leichte Rauch bleibt etwas länger zurück.

Fazit: Dieser Springbank weiß zu gefallen, die Nase ist vielschichtig. Der Gaumen ist genial, der Abgang fällt etwas zurück. 84/100 Punkte (2014)


Springbank 18 Jahre, 46 % alc. Originalabfüllung (2014 abgefüllt). Ausbau: keine nähere Angabe

Hintergrundbild: Kay Meertens

Nase: Dreckig. Eine Mischung aus fruchtigen Obertönen und Orten an denen gearbeitet wird. Werkstatt, Maschinenöl, altes Werkzeug. Da sind reife Birnen und etwas Ananas, Mirabellen und Karamell, gleichzeitig aber Harz, Asche und irgend ein Idiot hat Plastik in das Kohlenfeuer geworfen.

Gaumen: Trocken und sehr salzig, Asche und Schwarztee fallen mir auf. Zudem etwas Schokolade und angebratener Speck. Dahinter dann gekochte Himbeeren und Orangen, einiges Eiche und zarte Pfeffernoten.

Abgang: Sehr lang. Getrocknete Erdbeeren, gesalzene Schokolade, etwas Milchkaffee und zähes Leder. Der Pfeffer wird schärfer.

Fazit: Ich kann die Abfüllung natürlich schlecht reden und auf ein Ende des Hypes hoffen, aber in genau solchen Springbanks ist der Hype begründet. Wir haben hier einen komplexen und wahnsinnig spannenden Whisky, fast konkurrenzlos. Es gibt deutlich schlechtere 18-jährige Springer, aber nur wenig bessere. 90/100 Punkte (2022).

Springbank 18 Jahre, 46% alc. Originalabfüllung (2017). Ausbau: 60% Sherryfässer, 40% Bourbonfässer

Nase: Malz und Salzwasser drängen sich direkt auf, dahinter kommen Muscheln, Baumharz und eine gesalzene Nussmischung. Danach finde ich die eher fruchtigeren Aromen, Apfelmus und Mandarinenschale, dazu Gewürznelken und Muskat. Irgendwie finde ich auch Buttermilch, sehr interessant.

Gaumen: Sehr ölig und leicht würzig, insgesamt ein weiches Mundgefühl. Etwas süßlicher Torfrauch, Malz, Erdbeeren und gesalzene Erdnüsse, Anis und Schokolade.

Abgang: Lang und malzig, einiges an Butter und Fudge. Milchschokolade mit Rosinen und Zimt.
Fazit: In der Nase noch sehr komplex, auf dem Gaumen und im Abgang immer noch schön, wenn ich ehrlich gesagt auch schon etwas mehr erwartet habe. Dennoch bleibt dieser 18-Jährige Springbank ein wirklich guter Whisky. 85/100 Punkte (2021)


Springbank 2003-2015, 12 Jahre, 58,3% alc. Single Cask UK only Originalabfüllung. Ausbau: Port Pipe, Besonderheit: Single Cask für Großbritannien, limitiert auf 696 Flaschen

Nase: Englische Orangenmarmelade, süß und fruchtig, dazu erdige und mineralische Aromen, ein wenig Meersalz und irgendwie kommen Assoziationen zu Kalk auf. Nach ein wenig Zeit im Glas folgen Kerzenwachs, Ahornsirup und Honig. Vom Portwein kommt nur die Süße.

Gaumen: Wieder die Orangen, dazu Limetten und Grapefruit, wird dann aber reifer, fast schon überreif. Dazu sehr viele Gewürze, Malz, Nüsse und Espresso. Auch die Eiche ist schon stark ausgeprägt.

Abgang: Lang und trocken, getrocknete Orangen in Zartbitterschokolade, etwas Ingwer und viel Eiche.

Fazit: Wow, leider nur "drüben" zu finden. Sehr schönes Fass!  90/100 Punkte (2015)


Unabhängige Abfüllungen

Springbank 1990 - 2013, 22 Jahre, 47,2% alc.  Abfüller: Glen Scoma (Scoma GmbH Ausbau: Bourbonfass No. 586. Besonderheit: Limitiert auf 209 Flaschen

Foto: scoma.de

Nase: Noch nicht ganz reife Birnen, dazu Vanille und Butterscotch sowie leicht rauchige Holuztöne, die sich im Hintergrund halten. Mit dabei sind zudem diverse Nüsse und Äpfel.

Gaumen: Birnen und Äpfel, wieder die Nüsse und trockenes Holz. Eine leichte Holzwürze, allerdings ohne jede Bitterkeit. Vanille, Karamell und ein wenig Petersilie.

Abgang: Intensiv, lang. Hier kommen nun auch die Tannine mit einer leichten Bitterkeit, die sich gesamten Mundraum mit dem Birnenaroma ausbreitet. Dazu eine leichte Salzigkeit.

Fazit: Klare Linie - schöner Springbank.  85/100 Punkte (2015) Ich danke der Familie Setter (Scoma) für das Sample!


Springbank 1998-2015, 49,2 % alc. Abfüller: Malts of Scotland. Ausbau: Sherryfass Nr. 15038

Foto: Torsten Daur

Nase: Leicht salziges Karamell, Orangencreme und  Toffee, etwas zerlassene Butter. Darüber liegt eine milde Torfrauchnote, zudem trockenes Zedernholz. Mit Zeit an der Luft kommen die Sherryaromen deutlich stärker zu tragen, sie verdrängen die trockenen Raucharomen. Leder, Sultaninen, Johannis- und Stachelbeeren, etwas Muskat und Menthol.

Gaumen: Kerzenwachs und Phenol, jedoch nicht aufdringlich. Zedernholz, Tabak und entfernt eine Spur Kakaopulver, auch das salzige Karamell ist wieder vorhanden. Der Whisky trocknet den Gaumen, Assoziationen zu alten Möbeln und diversen Nüssen kommen auf. Die Frucht ist in den Hintergrund geraten.

Abgang: Mittellang und ganz anders. Weniger tief, dafür richtig würzig. Der Single Malt wirkt zwar nicht scharf, allerdings prickelt er. Zimt, Leder, milder Pfeffer.

Fazit: Einerseits ständig in Bewegung, andererseits doch auch linear. Der Single Malt ist definitiv kompliziert - aber auch gut. 87/100 Punkte (2015). Ich danke Torsten Daur (Selection of Spirits) für Probe & Foto


Springbank 1999-2013 (Region Campbeltown, Schottland), 13 Jahre, 54,8% alc., "fresh Sherry", selected and botteled for www.whiskykanzler.de, Cask 368,

Nase: Schöner Antritt von süßem Sherry, dunkle Früchte, würzig aber auch noch frisch, schön vielschichtig. Hinter der Frucht kommt die Eiche, welche aber noch sehr mild wirkt. Erdig kommt sie daher, auch aber schokoladen, nicht bitter, eher Milchschokolade. Mit der Zeit öffnen sich weitere Aromen, die Süße weicht - es bleiben dunkle Früchte und Seeluft.

Gaumen: Sherry, Johannisbeeren, Rosinen und dann schlägt die Würze zu, gefolgt von einer kurzweilenden Süße. Nichts dominiert, die Aromen wechseln sich immer wieder ab. Rund und komplex. Was bleibt ist etwas würzige Eiche.

Abgang: Lang und kitzelnd, dann bis in den Magen wärmend. Ein großartiger Abgang, hier ist die Eiche sehr stark!

Fazit: Ein großartiger Sherrywhisky, nicht so süßlich fein wie viele Glendronach, eher komplex und würzig. Von den drei Springbanks des Whiskykanzlers ist dieser hier mit Abstand der schönste Malt. 92/100 Punkte (2014)


 
 
 
 
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