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Ben Nevis

Ben Nevis 10 Jahre, 46% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Bourbon- und Sherryfässer

Nase: Schmeichelnd aromatisch, frisch aufgeschnittene Orangen, Aprikosenmarmelade und ein Mix aus Zartbitter- sowie weißer Schokolade. Abgerundet wird die Frucht durch einen ganz leichten Holzrauch und eine zarte Würze. 

Gaumen: Deutlich schwerer als die Nase. Einerseits sehr fruchtig und leicht ölig, anderseits würzig und mit tiefen Kakaoaromen. Blutorangen, Teigwaren und Muskat, auch etwas Pfeffer ist spürbar. Dazu dann sehr dunkle Schokolade, gemahlene Kakaobohnen und zum Ende hin etwas Espresso. 

Abgang: Mittellang, wieder die Orangenaromen, die Schokolade wirkt nicht ganz so dunkel, dafür gesellt sich aromatischer Pfeifentabak hinzu. 

Fazit: Schöner Stil, altmodisch mit einigen Sherryfassanteilen. Die Nase lässt den Single Malt anfangs leichter wirken als er sich dann auf dem Gaumen tatsächlich zeigt. 

84/100 Punkte (verkostet 2015, ca. 40-45 €) Ich danke dem Whisky-Kabinett für die Probe!


Ben Nevis Celebrated - „MacDonald’s Celebrated Ben Nevis Traditional Highland Single Malt Scotch Whisky“, Originalabfüllung. 46%alc.  

Nase: Torfrauch, der sich aber nicht aufdringt. Dahinter Marmorkuchen mit Zitronenglasur, eine angenehme Süße. Dazu mischen sich Seeluft, Orangenschale und Rosinen. 

Gaumen: Salmiakpastillen, Geräuchertes, etwas Honig und ein Spritzer Limettensaft. Unreifes Obst, ohne es genauer zu identifizieren. Zum Ende hin wieder mehr Rauch, ein wenig verbrannter Toast. 

Abgang: Lang und wärmend, Rauch von feuchtem Lagerfeuer und Kakao. 

Fazit: Der Ben Nevis erinnert vom Stil stark an einen Inselwhisky, wobei Fort William ja auch tatsächlich am Wasser liegt. Insgesamt ein würdiger Vertreter, wenn auch mit seinen ca. 60 Euro für einen Malt ohne Altersangabe nicht ganz preiswert. 85/100 Punkte 


Ben Nevis 1986 - 2015, 28 Jahre, 55,8% alc. Abfüller: Five Lions. Ausbau: Bourbonfass

Nase: Richtig schöne Fruchtaromen strömen aus dem Glas: Orangen, Grapefruits und Melonen, etwas Mango. Dazu Wiesenkräuter, Heu und Malz. Im Hintergrund schwingen Kakaobutter, milde Eichenholzwürze, Honig und Milchschokolade mit. Sehr rund und harmonisch.

Gaumen: Cremig, sahnig und wieder sehr fruchtig. Mandarinen, Aprikosen und Melone, entfernt werden die Früchte trockener (Anklang von Datteln im Hintergrund). Dazu breiten sich Honig und Zuckerrübensirup aus, jedoch eher geschmacklich und weniger süß.

Abgang: Lang und trocken, sehr klar. Wieder mit dem cremigen Charakter, Eichenholz, einer Spur Zimt und fruchtiger Süße. Zum Ende hin mit trockener Eiche und Muskat. 

Fazit: Ich hatte schon einige richtig gute Ben Nevis aus dem Sherryfass im Glas, hier mal ein Bourbonfass - und dazu noch ein richtig schönes obendrein. 88/100 Punkte ( 2015). Ich danke Five Lions für die Probe!


Ben Nevis, 1990 - 2008, 61,2% alc.; Sherry Cask Abfüller: Jack (Lars) Wieber - Serie "The Cross Hill" (Kreuzberg 36)

Hinter dieser Abfüllung steckt ziemlich viel Geschichte. Denn der bekannte "Whisky-Guru" Serge Valentin hat dieser Abfüllung nur 39/100 Punkten gegeben und gemeint, dieser sei pervers, rieche und schmecke nach "Toter Maus". Daraufhin hat Lars Wieber Serge in seiner "Wanted"-Serie verewigt. In dieser Reihe werden Single Malts abgefüllt, deren Label Karikaturen im Western-Stil von "wichtigen" Personen aus der Whiskyszene tragen (z.B. Horst Lüning als "TV-Hotte"). Serge bekam also ein eigenes Label samt Abfüllung, genannt: "WANTED -The Dead Mouse Eater" 

Nase: Sauerkraut, extrem viel Sauerkraut! Dahinter kommen sofort Uhu-Sekundenkleber und Nagellackentferner. Mit der Zeit kommt Essig auf (riecht wie diese mit Balsamico gewürzten Chips), gepaart von muffigen Kellergerüchen. Etwas pilzig und erdig. Langsam komme ich mit der Extreme klar, denkt man Sauerstoff und Uhu weg wird er süßlich und fruchtig. 

Gaumen: Säure und Sauerkraut. Und überraschend die von Ben Nevis bekannten Nussaromen. Dazu Meersalz, Pfeffer und Minze. 

Abgang: Lang und Trocken, mit Rosinen und einer malzigen Süße. 

Fazit: Also ich find ihn geil oder wie neulich jemand sagte: "Wenn der dem Serge zu heftig war, sollte dieser lieber Sodawasser trinken!" Es ist auf jeden Fall ein Single Malt der Extreme, in der Nase komplex und schwierig zu erlesen, auf dem Gaumen dann ein Wechselspiel. Der Abgang ist klar und lang, passt damit aber auch nicht wirklich zum Rest. Das ganze macht den Malt super interessant und liebenswert. 89/100 Punkte (2021)


Ben Nevis 1990 - 2015, 24 Jahre, 55,8% alc. Abfüller: Glenscoma. Ausbau: Bourbonfass No. 67

Nase: Süß und kräftig, leicht cremig. Holzpolitur, Möbelhaus, Vanillecreme, Datteln und Orangen. Zudem getrocknete Aprikosen und ein wenig Honig, sehr angenehm. Mit etwas Zeit nimmt die Politur etwas zu, wirkt wie ein Lösungsmittel, auch die Zitrusaromen werden stärker, der Whisky erhält blumige und leicht parfümierte Aromen.

Gaumen: Tief und kräftig, anders als die Nase. Viel trockener, Kakao und Vanille, getrocknete Grapefruits und etwas Orange, Karamell und eine schöne Fracht Eichenholz, dahinter dann Kaffeepulver und getrocknete Cranberrys. 

Abgang: Mittellang, trocknet den Mundraum, staubige Hölzer, Früchte in sehr dunkler Zartbitterschokolade. 

Fazit: Die Nase hebt sich etwas ab, auf Gaumen und im Abgang wirkt der Whisky wie ausgewechselt. Nicht einfach, aber spannend. 87/100 Punkte (2015) Ich danke scoma.de für die Probe.


Ben Nevis 1992 - 2013, 21 Jahre, 46% alc. Abfüller: van Wees (limitiert auf 695 Flaschen) Ausbau: Sherry Butt No. 2312 

Nase: Perfekter Einstieg, wuchtig und würzig. Neben einem Hauch Rauch insbesondere Trockenfrüchte wie Datteln und Rosinen, getrocknete Feigen. Danach folgt eine komplexe Würze, dazu gesellt sich Zartbitterschokolade. Wunderschön.

Gaumen: Banane und dunkle Früchte, dazu Aprikose. Sehr trocken, Kaffeenoten und Milchschokolade. Wintergewürze. 

Abgang: Sehr lang und wieder sehr trocken, dazu eine leichte fruchtige Süße, vor allem aber Eichenholz. 

Fazit: Ein fast schon zu perfekter Ben Nevis. Eigenwillig, aber typisch und in der Gesamtbetrachtung ein Spitzenwhisky. 89/100 Punkte (2014)


Ben Nevis 1993 - 2010, 17 Jahre Abfüller: Signatory Vintage in der Serie "The Un-Chilfiltered Collection"; 46% alc.; Cask: 2693; Sherry Butt

Nase: starker Duft nach Aprikosen, danach Feigen und Orangen. Sehr angenehme Gerüche die sich da entwickeln. Dazu Anklänge des Eichenholzes, ein Hauch von Nelken. Getragen werden die Aromen von einer ganz leichten Rauchnote, die allerdings im Hintergrund bleibt. Mit der Zeit im Glas wird er würziger und kräftiger, baut sich auf. Düfte nach Weihnachtsgebäck und Trockenfrüchten entweichen dem Glas. 

Gaumen: Beeren, Aprikose und Zitronenschale, der Alkohol ist wunderbar eingebunden. Zum Ende hin nussig und kräftig. 

Abgang: Mittellang und wunderbar wärmend, hier kommt die Eiche noch einmal richtig zum Vorschein. 

Fazit: Schön komplexer Ben Nevis. Eine tolle Abfüllung von Signatory! Den Single Malt von Ben Nevis sollte man nicht unterschätzen!  88/100 Punkten (2011)


Ben Nevis 1996 - 2012, 16 Jahre, 54,8% alc. Abfüller: Blackadder (Riverstown). Ausbau: Bourbonfass No. 2012-122 

Nase: Säuerliche Fruchtnoten. Maracuja, Papaya und etwas Zitrone. Dahinter süße Birnendrops und saftige Aprikosen, eine leichte Trockenheit sowie Studentenfutter. Ganz im Hintergrund halten sich Nelken und Muskat. 

Gaumen: Birnenkompott, anfangs sehr süß und leicht cremig, wird schnell trockener. Richtig viel Malz und einiges an diversen gemahlenen Nüssen. Zudem ein Hauch Kakaobutter sowie eine Prise Pfeffer. 

Abgang: Sehr lang: säuerliche Äpfel, Zitrusfrüchte und schöne Eichenholzaromen. Zudem Johannisbeeren, Kaffee und auch wieder Nüsse.

Fazit: Guter, solider und sehr typischer Ben Nevis aus dem Bourbonfass, ich favorisiere allerdings Ben Nevis aus Sherryfässern. 85/100 Punkte (verkostet 2015, ca. 85 €) - Ich danke McWhisky.com für Probe und Foto!


Ben Nevis 1996 - 2015, 18 Jahre, 53,7% alc. Abfüller: whic.de. Ausbau: Bourbonfass

Nase: Erinnert sofort an Ben Nevis, dreckige Zitrusfrüchte, unreife Birnen, Karamell, Malz und einiges an Vanille. Dazu reife Aprikosen, Lauch und Sommerwiese. Im Hintergrund halten sich Plastik und Sauerkraut. 

Gaumen: Fett, fruchtig und ölig, mundfüllend und intensiv. Orangencreme, Orangenmarmelade, Marillenlikör, dazu Gewürznelken, Pfeffer, Vanille und Karamell. Dieser Ben Nevis wirkt zudem sehr süß, hat etwas von Sirup.

Abgang: Sehr lang, sehr reif. Der Fokus liegt auf der Süße, die Eiche ergänzt und zieht den Abgang leicht würzig in die Länge. 

Fazit: Ein sehr guter Ben Nevis, der in allen Kategorien punkten kann. 89/100 Punkte (verkostet 2016, ca. 70 €) Ich danke whic.de für Probe und Foto!


Ben Nevis 2011 - 2020, 8 Jahre,  Bourbon Barrel Nummer 159, 46% alc. van Wees. 

Nase: Malz und Apfelspalten, Limettensaft und Vanillezucker. Brombeeren und Weintrauben folgen, dazu etwas Minze. Eine wirklich runde Süße. 

Gaumen: Sehr leicht und gefällt. Viel Apfel, Weintrauben und wieder etwas Vanille, dazu eine ganz entfernte Würze und entfernt Walnuss und Mandeln. 

Abgang: Auch hier sehr geschmeidig, etwas cremig, eher kurz bis mittellang. Der besagte Geschmack von Weintrauben und ein Hauch Rosinen bleiben länger zurück. 

Fazit: Harmonie pur. Keine Fehler, aber auch wenig Abwechslung. Blind wären mir ziemlich viele Speyside-Brennereien eingefallen, aber auf einen Ben Nevis hätte ich wohl nie getippt. Das Fass hat hier seinen Job ziemlich gut gemacht. 85/100 Punkte


Ben Nevis 2013 - 2021, 7 Jahre, Signatory Vintage, 46% alc. Ausbau: Bourbon Hogsheads 421 + 423

Nase: Stechend alkoholisch, was ist denn das? Danach mürbes Obst, Banane, etwas Getreide und scharfe Gewürze. Ingwer vielleicht, oder einfach nur Alkohol. Vanille lässt sich erahnen, aber viel haben die Fässer nicht abgegeben. 

Gaumen: Bitter und würzig, leicht ölig. Grapefruit, Banane und erkalteter Espresso, Kakao, undefinierbare Süße. Der Alkohol ist weniger präsent, die Bitterkeit erschlägt dafür alles. 

Abgang: Wärmend und ölig, starke Bitterkeit die lange anhält. Es bleibt ein sehr unangenehmes Mundgefühl zurück. 

Fazit: Ich gebe Kaufempfehlungen, manchmal halte ich mich dezent zurück und manchmal liest man meine Kritik einfach im Fazit. Aber dieser Ben Nevis ist so unterirdisch schlecht, nicht kaufen! Und wenn schon getan, dann direkt den Retourenschein ausfüllen. Nase alkoholisch, alles andere ungenießbar bitter. 2021 bisher der schlechteste von mir probierte Whisky, vielleicht sogar der schlechteste ever. Wahrscheinlich der Versuch aus zwei fehlgelagerten Fässern eine gute Abfüllung zu machen. Selbst der Blend „Dew of Ben Nevis“ ist dieser Abfüllung meilenweit überlegen. Eventuell wollte da jemand frech sein, ich fühle mich beleidigt. 52/100 Punkte (2021)




 
 
 
 
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