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Tastingnotes & Whiskyblog

Die Schweiz als Whiskyregion 

Auch in der Schweiz wird fleißig Whisky hergestellt, hier findest du die von mir verkosteten Brennereien.

Langatun 

Langatun "Old Bear", Originalabfüllung, 40% alc. Brennerei: Brennerei Langatun. Ausbau: Châteauneuf-du-Pape-Weinfässer

Nase: Sehr fruchtig, Beerenfrüchte, süße Kirschen, Raumtrauben. Das Weinfass hat hier sehr kräftige Fruchtaromen abgegeben. Eingearbeitet sind diese in Malz, Buchenholz sowie einer leichten Rauchnote. Der Torfrauch ist aber wirklich sehr dezent und aufdringlich, bindet und fängt die Fruchtaromen ein.

Gaumen: Weniger Frucht - mehr Rauch. Gepaart mit einer malzigen Süße, wie von Malzbier. Auch finden sich leichte Holzaromen wieder, ohne allerdings bitter oder würzig zu sein.

Abgang: Mittellang, das Holz bleibt deutlich länger zurück. Mit Malz und Walnüssen.

Fazit: Sehr Facettenreich, gefällt mir gut. 84/100 Punkte (2015). Ich danke der Brennerei für das Sample.


Langatun "Old Deer", Originalabfüllung, 40% alc. Brennerei: Brennerei Langatun. Ausbau: Sherry- + Chardonnayfässer

Nase: Milde Süße, verschiedene Fruchtaromen. Darunter matschige Aprikosen und reife Melonen. Dazu etwas Vanille und ein paar erdige Obertöne. Es präsentieren sich unter anderem Tomatenpflanzen und feuchter Zigarrentabak (wie ein schlecht gelüfteter Humidor).

Gaumen: Reife Früchte, säuerlicher als die Nase. Zitrusfrüchte, Blutorangen. Dann Waldhonig und diverse Kräuter, wird auf dem Gaumen immer trockener.

Abgang: Mittellang und trocken. Dezente Fruchtaromen und eine leichte Würze, mit einer cremigen Süße abgerundet.

Fazit: Dezent, unaufdringlich empfehlenswert. 81/100 Punkte (2015). Ich danke der Brennerei für das Sample.


Säntis

Säntis Malt Whisky Edition Alpstein XVII, 7 Jahre, abgefüllt 2021. 48% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Bierfässer, Nachreifung im Rum-Barrel

Nase: Sehr viel Malz und Karamell. Dann folgen Honigmelone und trockene Kokosflocken, ganz entfernt etwas Vanillefudge. Der Rum hält sich nur im Hintergrund und erinnert an Backaroma. Mit etwas Luft wird der Whisky würziger, eine Spur scharfer Ingwer taucht auf.

Gaumen: Karamell, aber stark angebrannt. Auch geröstetes Brot fällt mir zuerst an, dazu wieder einiges an Vanille, die Nachreifung bringt hier eine starke Süße hinein. Zudem würzig, Ingwer, bunter Pfeffer und eine milde Spur Chili.

Abgang: Lang und prickelnd, die Gewürze nehmen noch einmal Fahrt auf und werden stärker und schärfer.

Fazit: Ein spannender Whisky, der aber ein wenig wechselhaft daher kommt. Die Aromen sind spannend, aber miteinander nicht immer ganz harmonisch, vielleicht hätte dem Whisky noch ein wenig Zeit im Fass gut getan. 81/100 Punkte (2021). 


Säntis Malt Edition Dreifaltigkeit, 52% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Bierfässer (Eichenholz)

Nase: Ui, sehr speziell. Ein wahnsinnig tiefes Räucheraroma, extrem viel Buchenholzrauch, geräucherter Aal. Es braucht Zeit um die Aromen dahinter zu entdecken. Frisch gesägte Hölzer, Möbelpolitur, Schwarzbier und Kaminfeuer, etwa Speck.

Gaumen: Fleischig und kräftig. Geräucherte Salami, Schinkenknacker, Räucherfisch und Röstmalz. Süße Marinade mit viel Honig, Karamell, etwas Anis, Estragon.

Abgang: Lang und wärmend, erstaunlich cremig. Weiterhin mit den Aromen der Nase und des Gaumens.

Fazit: Spannend, richtig spannend und alles andere als ein einfach zu genießender Whisky. Die Aromen sind teilweise derart stark konzentriert, dass es wirklich eine Herausforderung ist, seine Komplexität zu entdecken. Auf jeden Fall hat mir diese Abfüllung einiges an Spaß bereitet. 85/100 Punkte (2021). 


Säntis Malt Edition Himmelberg, 43% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Bierfässer, Nachreifung im Weinfass

Nase: Erst einmal leicht fruchtig und dazu Nussschokolade mit Rosinen. Eingelegte Birne, Weintrauben und schon folgen Gewürze. Gewürznelken, Kardamom und Ingwer, etwas Zimt.

Gaumen: Ein sehr leichtes und weiches Mundgefühl. Traubensaft, Weintrauben, Rosinen, Kirschen, Malzbier, wieder die Schokolade und etwas Lebkuchengewürz.

Abgang: Mittellang, deutlich würziger mit viel Zimt und Ingwer. Zum Ende hin trockener und angenehme Bitterarmen, Kaffee und leichte Schokolade.

Fazit: Die Fassreifung hat aus meiner Sicht schon ein ungewöhnliches aber definitiv nicht schlechtes Aromenprofil hinterlassen. Insbesondere die Schokolade mit den Rosinen bleibt mir noch länger im Gedächtnis. 82/10 Punkte (2021). 


Säntis Malt Edition Sigel, 40% alc. Originalabfüllung. Ausbau: kleine Bierfässer (Eichenholz)

Nase: Trocken und dennoch frisch, einiges an Würze. Hopfen, gemischter Pfeffer, Salmiak. Zudem hält sich im Hintergrund ein zartes Honigaroma und ein Hauch Apfelsaft.

Gaumen: Samtig weiche Textur auf dem Gaumen. Bieraromen, einiges an bitterem Hopfen, leicht säuerliche Fruchtaromen, erinnert mich an ein Pale Ale. Dazu eine sanfte Spur Pfeffer und Sternanis.

Abgang: Kurz und weich, leicht trocken. Mit trockener Holzwürze, Malz und Hopfen.

Fazit: Auch wenn die Aromen durch die Bierfässer stark geprägt wurden, so hat man hier doch einen unglaublich leichten und samtigen Whisky. Sehr rund und gut zu genießen. Die Bieraromen muss man jedoch mögen. 80/100 Punkte (2021).


Säntis Malt Whisky Genesis Nr. 3. 42,6% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Bierfässer, russische Eichenfässer, Nachreifung in J u. M Neumann Weinfässern.

Hintergrundbild: Brauerei Locher

Nase: Wunderbar würzig und fruchtig. Brombeeren, Pflaumen, Trockenfrüchte und eine angenehme Holzwürze steigen auf. Dazu ein leicht blumiges Aroma, ein Hauch Lavendel im Hintergrund. Zudem Malz und Karamell, Hopfen.

Gaumen: Kräftig, hier ringen die Bierfässer mit den Weinfässern, etwas chaotisch. Die Fruchtaromen sind sofort wieder da, aber säuerlicher. Pampelmuse, Stachelbeere, dann aber wieder Trockenfrüchte, zudem Weintrauben und Hopfen. Zum Abschluss Ingwer, Zimt und Pfeffer, bittere Schokolade.

Abgang: Mittellang, ganz leichte Würze und eine angenehme Bitterkeit, Kaffee und Eichenholz.

Fazit: Spannend, besonders auf dem Gaumen. Nicht einfach, aber diese Fassexperimente bei Säntnis machen einfach Spaß. 84/100 Punkte (2021). 


Säntis Malt Whisky Snow White (Nummer 8 ). 6 Jahre, abgefüllt 2020. 48% alc. Originalabfüllung. Ausbau: 5,5 Jahre in Bierfässern, Nachreifung im Pineau des Charentes Fass.

Nase: Angenehm fruchtig mit Trauben, Rosinen, reife Mango und Ananas. Dazu Sahnekaramell und Weizenbier. Dahinter finde ich ein wenig süßlichen Zigarrenrauch, Waldhonig und eine leichte Holzwürze, die sich noch nicht näher beschreiben lässt.

Gaumen: Sehr süß und mundfüllend, dabei schön cremig. Rosinen, Datteln und Nüsse, Pflaumenmus mit Zimt, Brombeermarmelade, ein kurzer Spritzer Zitrone. Zudem einiges an Getreidearomen, Tabak, etwas Leder. Dahinter kommen Gewürze, Zimt wird stärker, eine ganz leichte Prise Pfeffer.

Abgang: Lang und wärmend, das Mundgefühl wird schnell trockener. Die Eiche dominiert mit Gewürzen, dazu Walnüsse und Trockenpflaumen, wieder etwas Tabak und zurück bleibt eine minimale Schwefelnote, Rauch vom Zündholz.

Fazit: Sehr gut gelungen, mehr muss ich dazu eigentlich nicht mehr sagen. 88/100 Punkte (2021).


 
 
 
 
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