Torabhaig
Torabhaig liegt bei Teangue auf der Halbinsel Sleat im Süden der Isle of Skye. Die Brennerei zählt zu den Inselbrennereien, die innerhalb der üblichen schottischen Whiskyregionen den Highlands zugerechnet werden. Mit dem Produktionsbeginn im Januar 2017 wurde Torabhaig nach Talisker zur zweiten lizenzierten Single-Malt-Brennerei auf Skye.
Die ursprüngliche Idee stammte von Sir Iain Noble, dem Gründer des Whiskyunternehmens Pràban na Linne und einem engagierten Förderer der gälischen Sprache. Er erhielt bereits 2002 die Baugenehmigung, starb jedoch 2010, bevor das Projekt umgesetzt werden konnte. Mossburn Distillers verwirklichte seine Pläne unter der Leitung von Neil MacLeod Mathieson. Ab 2014 wurde ein denkmalgeschützter Gutshof aus dem frühen 19. Jahrhundert nach Entwürfen des Architekturbüros Simpson & Brown restauriert und zur Brennerei umgebaut. Teile seines Mauerwerks bestehen aus Steinen der nahe gelegenen Burgruine Caisteal Chamuis. Im Januar
2017 floss der erste Rohbrand; die Eröffnung für Besucher folgte im April 2018.
Torabhaig produziert getorften Single Malt und verfolgt dabei einen Stil, den die Brennerei als „Well-Tempered Peat“ beschreibt: deutlich rauchig, zugleich ausgewogen und mit Raum für Frucht- und Getreidenoten. Die Herstellung erfolgt mit langen Gärzeiten in hölzernen Washbacks aus Douglasie und anschließender zweifacher Destillation. Die beiden kupfernen Brennblasen wurden von Forsyths speziell an die räumlichen Bedingungen des historischen Gebäudes angepasst. Sie tragen zu Ehren des ursprünglichen Initiators und seiner Frau die Namen „Sir Iain“ und „Lady Lucilla“.
Für die Reifung nutzt Torabhaig Bourbon- und Sherryfässer. Die Brennerinnen und Brenner erhalten außerdem Freiraum für eigene Versuche mit unterschiedlichen Gerstensorten, Hefen und Produktionsabläufen.
Aktuelle Beiträge
Torabhaig 7 Jahre, abgefüllt 2025, 51,5%. Living Souls, Batch 1. Ausbau: Bourbon Barrel (1st fill)
Nase: Angenehmer Torfrauch zusammen mit Vanille, Birnen und Meersalz. Dazu kommen heißes Fett und glühende Holzkohle, aber auch Sackleinen, Pflaster und Verbandsmaterial. Im Hintergrund halten sich recht süße Zitrusfrüchte, darunter Grapefruit und Blutorange, sowie einzelne Walnüsse.
Gaumen: Unheimlich weich und cremig, Torfrauch und Alkohol sind ideal eingebunden. Jod, Ruß und etwas Teer, daneben süße Vanille, etwas Karamell und Zitronenschale, Stachelbeeren. Dazu Sonnenblumenkerne und ganz entfernt ein wenig erkalteter grüner Tee. Am Ende bleibt noch Asche.
Abgang: Sehr lang, baut nun auch etwas Schärfe auf. Plötzlich kommen Aromen von gut gelagertem Schinken. Dazu Holzrauch, Ruß und Pfeffer. Der Geschmack von geräuchertem Schinken bleibt noch lange im Gedächtnis.
Fazit: Diese kleine Brennerei von der Isle of Skye bringt auch so jung schon hervorragenden Whisky hervor, leider wirkt die Core Range auf mich ein wenig konzeptlos. Da freuen mich solche unabhängigen Abfüllungen. 86/100 Punkte (2025)
