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Tastingnotes & Whiskyblog

Grain Whisky

Hier findest du Verkostungsnotizen von Single Grains. Die Single Grains der Malt-Brennerei Loch Lomond findest du hier  Loch Lomond


Ayrshire 

Ayrshire 1998-2014, 16 Jahre, 43% alc. Signatory Vintage

Nase: Leicht alkoholisch, legt sich aber sehr schnell. Tropische Früchte, Melone und Mango, Grapefruit und Zitronenlimonade. Dahinter Getreide und eine kleine Spur schwarzer Pfeffer, wird mit der Zeit etwas stärker, er wechselt sich mit der alkoholischen Note ab.

Gaumen: Leicht süßlich mit den Fruchtnoten der Nase, hinzu kommen aber auch noch Erdbeeren und Menthol, Getreide sowie Minze. Dahinter folgt wieder eine ordentliche Portion Pfeffer.

Abgang: Eher kurz, leicht, seidig und etwas fruchtig. Dazu eine gewisse Bitterkeit, jedoch ohne Eiche.

Fazit: Die Nase ist okay, Gaumen und Abgang seidig und cremig. 80/100 Punkte (2015)


Cambus

Cambus 1989 - 2021, 32 Jahre, 60,8% alc. Abfüller: Alambic Classique. Ausbau: Sherryfass Nr. 21022

Nase: Dosenmandarinen treffen auf Orangenabrieb und einen Spritzer Grapefruitsaft. Dazu gesellen sich eine leichte Honigsüße, Zedernholz und Eiche. Auch ein wenig Anis, Pfeffer und Jasmintee kann ich finden.

Gaumen: Mundfüllend und süß, der Alkohol ist perfekt eingebunden. Viel Honig, etwas Ahornsirup und Karamell. Dazu Brombeeren, Kirschen und Cranberries. Dahinter kommen Kräuter auf, die an frischen Pfefferminztee, Anis und Salbei erinnern. Die Minze bringt eine angenehme Frische mit.

Abgang: Lang, sehr süß. Wirkt etwas trockener als auf dem Gaumen. Datteln, Rosinen und Milchschokolade, Kirschpralinen und Eichenholz. Dazu ein Hauch bunter Pfeffer.

Fazit: Geradlinig, intensiv und süß, zudem mit wunderbaren Sherryaromen. Ein richtig guter Single Grain Whisky. 87 Punkte (2022).


Cameronbridge 

Cameronbridge 1974 - 2021, 46 Jahre, 40,2% alc. Abfüller: Wu Dram Clan / Flickenschild. Ausbau: Bourbonfass (Hogshead)

Hintergrundbild Whiskybase

Nase: Ananas, Papaya und Kiwi, dazu Birne und Drachenfrucht. Sehr fruchtig und angenehm. Dahinter finde ich kandierte Ingwerstäbchen, leichten Sommerhonig in Haferbrei sowie einen Hauch Bananenjoghurt.

Gaumen: Genauso fruchtig, beginnt durch den geringen Alkoholgehalt nicht zu intensiv. Auch hier wieder Birne und Kiwi, etwas Mango und Ananas. Dazu Honig, Haferkekse und Muskat, Ingwer und eine ordentliche Portion Eichenholz.

Abgang: Mittellang, ruhig und ausgeglichen. Weiterhin fruchtig, dazu ne Menge Holz und eine klare Gewürzkomponente, darunter viel Zimt und etwas Pfeffer.

Fazit: Ausgewogen ohne langweilig zu sein, auf dem Gaumen hätte er nach meinem Geschmack gerne noch einen Ticken intensiver sein dürfen. 88/100 Punkte (2022).


Cameronbridge 1984-2019, 34 Jahre, 54,9% alc. Abfüller: van Wees (The Ultimate). Ausbau: Hogshead Nr. 19309

Nase: Unverkennbar ein Single Grain. Eine spannende Mischung aus Getreide, staubigen Heuboden, Waschbenzin und Vanille. Zudem finde ich angetrockneten Holzleim, allerdings ist dieses Aroma aus meiner Sicht nicht zu aufdringlich. Hinter diesem ersten Eindruck versteckt sich viel Frucht und angenehme Gewürze. Ich finde Kokos, Mandarine und geröstete Haselnüsse, gefolgt von recht intensiven Pfeffernoten.

Gaumen: Okay….war das jetzt das richtige Glas? Hier haben wir dann jetzt einen herrlichen Bourbon aus den USA, ich tippe auf ein Blantons Single Cask. Frisches Eichenholz, Vanille, Kokos, Pfeffer und etwas Nougatcreme, eingekochte Himbeeren, Rosinen und sehr viel Holzzucker. Außerdem ne Menge Klebstoff.

Abgang: Sehr lang, setzt den Eindruck des Gaumens nahtlos fort und hält wärmend an.

Fazit: Intensiver Single Grain mit Ecken und Kanten, zeitweise etwas verwirrend. 86/100 Punkte (2022)


Carsebridge

Carsebridge 1981, 30 Jahre, 59,1% alc. Abfüller: Hunter Hamilton (Serie „The Clan Denny“). Ausbau: Refill Hogshead Nr 7780

Nase: Bastelkleber und Holzleim fallen mir zuerst auf, richtig dicker Klebstoff. Dahinter einiges an Vanille und Karamell, sehr viel Crema Catalana. Dazu gebrannte Mandeln, brauner Zucker und Eichenholz. Die Süße ist schon sehr stark, eine faszinierende Nase die an Bourbon erinnert.

Gaumen: Wieder einiges an Vanille und Klebstoff, dazu Holzzucker und viel Eiche. Extrem süß und zugleich intensiv würzig, leicht trocken. Zuckersirup, Rumrosinen, Bourbon, Karamell, Mandeln und herbe Kräuter, Muskat.

Abgang: Mittellang bis lang, sehr viel Eiche und Vanille, Rosinen, Muskat und Zuckerguss.

Fazit: Ganz großer Single Grain Whisky. Diese Mischung aus extremer Süße und intensivem Eichenholz macht diesen Carsebridge zu einem komplexen Spitzenwhisky. 89/100 Punkte (2021)


Dumbarton

Dumbarton 2000 - 2023, 22 Jahre, 55,5%, Watt Whisky. Ausbau: Hogshead

Nase: Eine Mischung aus Butter und frittiertem Backteig steigt mir in die Nase, dazu recht trockene Getreidearomen. Anschließend etwas Banane und Marille, Butterkekse und Zuckerwatte, etwas Karamell. Recht einfach und süß.

Gaumen: Süß und klebrig, Kokos und etwas unreife Banane, dazu Holzleim und Popcorn mit Karamellsauce, außerdem schmecke ich Reiswaffeln.

Abgang: Eher kurz und süß, auch hier recht einfach.

Fazit: Im Geruch gefällt mir dieser Single Grain noch wirklich gut, ansonsten hätte der Whisky gerne noch einmal weitere 20 Jahre im Fass bleiben dürfen. 77/100 Punkte (2025)


Dumbarton Single Grain 1986 - 2011, 51,5% alc. Abfüller: Scott‘s Selection

Nase: Fruchtige Süße und Bastelkleber. Eine schöne Portion Kokosnuss und zudem einiges an gerösteten Aromen, Röstmalz, Angebranntes, Holzkohle und Karamell, Eichenholz.

Gaumen: Starker Antritt, der Alkohol doch recht deutlich spürbar. Vanille, Karamell und viel Eiche, etwas Pfeffer. Dazu Melone und Traubensaft.

Abgang: Mittellang bis lang, weiterhin sehr süß. Dazu Ingwer und diverse Nüsse, etwas Honig, Espresso und viel Eiche.

Fazit: Kein schlechter Single Grain, wobei der Alkohol insbesondere auf dem Gaumen noch nicht wirklich eingebunden ist. Die Nase ist wunderbar aromatisch. 81/100 Punkte (2021)

PS: Leider hat das sample nicht komplett dicht geschlossen, daher hat der Whisky etwas an Alkohol verloren und sich leicht eingetrübt.


Garnheath

Garnheath 1974 - 2019, 45 Jahre, 44,6% alc. Douglas Laing (Private Stock). Ausbau: keine Angabe

Nase: Zucker, karamellisierter Zucker, warme Bonbon-Masse, Zuckerwatte, kandierter Apfel, Gebäck mit Kokos, einfach nur schön. Dahinter kommen dann subtilere Aromen, etwas Holzpolitur und frisch gespaltene Kiefer.

Gaumen: Süß und leicht säuerlich, Äpfel und viel Karamell, etwas künstliches Vanillearoma. Außerdem Mandarine und Eichenholz, Pfeffer und eine auch hier wieder das frische Kiefernholz. Ganz entfernt im Hintergrund eine Spur Minze.

Abgang: Lang und weich, etwas Bitterkeit vom Holz und weiterhin eine leicht säuerliche Süße mit Vanille, Honig, roten Johannisbeeren und Karamell.

Fazit: Ein extrem geschmeidiger Single Grain aus einer quasi unbekannten Brennerei-Komplex. 88/100 Punkte (2024)


Girvan

Girvan 2009 - 2020, 11 Jahre, 54,1% alc. Abfüller: Duncan Taylor (Dimension). Ausbau: Fass Nr. 59700008

Nase: Butterkekse, gebutterter Toast und Gebäck mit Zuckerguss, dazu ein Marmorkuchen mit Vanillearoma. Dahinter kommen Kokosnuss und Honigmelone, etwas Orangenabrieb und ein leichter Hauch Mandarine.

Gaumen: Cornflakes mit Walnüssen und Honig, zudem kommen kräftig süße Zitrusfrüchte daher, schmeckt wie Limoncello. Auch hier etwas Vanille und Kokosmilch, ansonsten recht einfach gehalten.

Abgang: Mittellang, würzig und süß. Viel Karamell und Vanille, Fudge und süßer Blätterteig. Etwas Muskat, bittere Eiche und Pfeffer runden ab.

Fazit: Einfach, süß und angenehm. Für seine Jugend schon ein im Vergleich toller Single Grain. 84/100 Punkte (2022)


North British

North British 2007 - 2021, 13 Jahre, 54,5% alc. Abfüller. Duncan Taylor (Octave Small Batch) für Kirsch Import. Ausbau: Sherry Octave Finish Fassnummern 5931503 + 513 + 523

Hintergrundbild: Kirsch Import

Nase: Früchtemüsli kommt mir in den Sinn. Der Alkohol braucht ein bisschen Zeit um sich abzureagieren, danach wird das Getreide klarer. Dunkles Brot, Roggenschrot, Dinkelkekse. Zudem getrocknete Cranberries und Vanille, etwas grüne Paprika und helle Weintrauben.

Gaumen: Süß und viel Getreide, setzt den ersten Antritt der Nase fort, wird aber deutlich fruchtiger und wird zum Ende hin sehr trocken. Wieder Früchtemüsli, dazu Kirschkuchen, etwas Kakao, Beeren und einiges an Eichenholz, Ingwer und Zimt, außerdem eine Portion grüner Pfeffer.

Abgang: Mittellang bis lang, trocken und leicht scharf. Schokolade mit Salz und Chili, trockenes Eichenholz.

Fazit: Für einen Single Grain aus meiner Sicht zu jung, aber die kleinen Octavefässer konnten das wunderbar ausgleichen und haben in relativ kurzer Zeit einiges an Aromen mit sich bringen können. Dieser Whisky braucht Zeit im Glas, der Sauerstoff bringt dann wunderbar süße Aromen und viel Getreide hervor. Gut gemacht. 85/100 Punkte (2021)


Strathclyde

Strathclyde 1980-2005, 24 Jahre, 62,4% alc. Abfüller: Duncan Taylor (Rare Auld)

Nase: Karamell und Fudge, dahinter aber auch jede Menge angebrannter Aromen: Toast, angekohlte Hölzer und Gräser. Dazu eine wunderbare Süße von Creme Brülee und ein Hauch von Himbeercreme.

Gaumen: Der Alkohol ist sehr stark präsent, die Aromen fliegen erst einmal vorbei, an den Gaumen muss man sich langsam herantasten. Wieder Karamell, etwas Waldhonig und Pfirsichsaft, ein Hauch von Birnen.

Abgang: Sehr lang, geprägt vom hohen Alkohol. Karamell, Roggenbrot und Eichenholz.

Fazit: Ein spannender Grain mit teilweise sehr speziellen Zügen. 86/100 Punkte (2016)


Strathclyde 1988-2015, 26 Jahre, 55% alc. Abfüller: Pearls of Scotland, Ausbau: Bourbonfass

Nase: Banane in Müsli, sehr viel Banane. Dazu Ahornhonig, Pfirsich und etwas Aprikose. Ergänzt werden diese wirklich fruchtigen Aromen von Buttergebäck, ganz milder Eiche und zarten Gräsern.

Gaumen: Unreife Banane, viel Getreide, Vanille und Buttergebäck, hier ist vom Alter noch fast gar nichts zu spüren, von Eiche keine Spur. Mild, fruchtig, cremig, fast schon sommerlich. Gräser, Honig, Pfirsich und Vanillepudding.

Abgang: Mittellang, leicht bitter, fruchtig und sommerlich, prickelnd und wärmend.

Fazit: Eher ein Whisky für Sommermonate, nicht sonderlich komplex und mit seidig/bitteren Grain-Aromen. 85/100 Punkte (2015)


Strathmore / North of Scotland 

North of Scotland 1971-2014, 42 Jahre, 44% alc. Abfüller: Pearls of Scotland. Ausbau: Bourbonfass

Nase: Wunderbar fruchtig, Orangenzesten und getrocknete Aprikosen, etwas Vanille und milde Rosinen, danach kommt der Duft nach Zigarrenkiste und etwas Papaya. Das Alter ist merklich, auch Eichenholz ist zu finden, jedoch keine Bitterkeit, ein sehr angenehmer Eindruck.

Gaumen: Hier kommt das Holz dick zu tragen, aber vorher Rumtopf, Rosinen und Zuckerhut, dunkle Nussschokolade, Kakaobutter und Bananenbrei, milde Grapefruit und ein wenig Karamell.

Abgang: Lang, braucht etwas um sich aufzubauen. Die Früchte der Nase sind wieder präsent, die Schokolade gerät in den Hintergrund. Neben den Früchten kommen Pfeifentabak und Getreidearomen.

Fazit: Ein herrlicher Single Grain für alle, die Wert auf Altersangabe legen und nichts gegen industriellen Grain haben. Ein wirklich starker Whisky! 91/100 Punkte (2015)


Single Grain aus unbekannter Brennerei

Tweeddale Grain of Truth, Peated Edition, 50% alc. Highland Single Grain Whisky. R&B Distillers. Ausbau: Bourbonfässer. Eigentlich kommen für einen Grain-Whisky aus den Highlands nur zwei Brennereien in Frage, Invergordon und Loch Lomond.

Hintergrundbild Whiskybase

Nase: Wir sind beim picknick auf einer trockenen Sommerwiese, jedoch inmitten von Tabakrauch. Ich finde Honigmelone, kalten Haferbrei mit Banane und süßer Sahne, immer wieder schiebt sich der Rauch in den Vordergrund. Mal muss ich an Tabak denken, manchmal eher an eine Tankstelle und warmen Kautschuk.

Gaumen: Intensiver als erwartet, der Haferbrei kommt mit Vanille und Sahne zurück. Toffee, Milchschaum, Löwenzahn und unreife Banane. Der Rauch gerät erst einmal komplett in den Hintergrund, der Alkohol ist spürbar.

Abgang: Eher kurz, der Rauch kommt noch einmal zusammen mit der trockenen Wiese zurück, dazu nun Haferkekse, Weizenbier sowie etwas Jod.

Fazit: Jungen Single Grain mit Malt Whisky zu vergleichen ist schwer, mit dieser Abfüllung kann man auf jeden Fall seinen Erfahrungsschatz erweitern. 77/100 Punkte (2024)


Borders - While We Wait, Single Grain, 2nd Relase, 2017 abgefüllt. 51,7% alc. Abfüller: R&B Distillers. Ausbau: Bourbonfässer, Nachreifung in Oloroso-Sherryfässern

Hintergrundbild Whiskybase

Nase: Getreide und Frucht, abgemähtes Weizenfeld. Etwas Apfel und getrocknete Aprikosen, Dinkelkekse, Cranberrys. Dazu eine deutliche Süße, vielleicht Ahornsirup, etwas Eichenholz und Menthol runden ab.

Gaumen: Vanille und Ahornsirup, Honig, einiges an Getreide, etwas Holzleim. Außerdem finde ich Stachelbeeren, Orangenmarmelade und einen leichtes Aroma von Grapefruit, ein paar Himbeeren sind auch dabei.

Abgang: Kurz und süß, die etwas bitteren Zitrusfrüchte des Gaumens weichen nun klaren Honigaromen, dazu eine leicht herbe Kräuternote und etwas Muskat.

Fazit: Sauberer Single Grin mit einer wunderbaren Nase, leider ohne weitere Angaben. Ich tippe mal auf einen Invergordon. 81/100 Punkte (2022) 


Single Grain aus der Brennerei Cambus 

 
 
 
 
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