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Lindores Abbey

Lindores Abbey ist ursprünglich ein im Jahr 1190 gegründetes Kloster, in welchem laut schriftlichen Aufzeichnungen bereits im Jahr 1494 ein "Aqua Vitae", also Wasser des Lebens, hergestellt wurde. Vom Kloster stehen heute nur noch Ruinen. Im Jahr 2016 begann Drew McKenzie Smith mit dem Bau der Brennerei Lindores Abbey, die Produktion wurde bereits im Dezember 2020 aufgenommen. Im Frühjahr 2021 erschien der erste dreijährige Single Malt Whisky.

Lindores Abbey, Aqua Vitae. Originalabfüllung, 40% alc. Ausbau: Keiner. Besonderheit: Kein Whisky, Spirit Drink, versetzt mit Kräutern und Gewürzen aus dem eigenen Brennereigarten.

Nase: Definitiv kein Whisky. Fruchtig mit Zitronensaft und Orangenschalen, Lavendel und Nelken. Etwas Ingwer. Insgesamt sehr deutliche Aromen, der Alkohol ist gut eingebunden und fällt in der Nase erst einmal nicht auf.

Gaumen: Mild und fruchtig. Pfirsich, Organgen und wieder die Nelken. Eine ganz entferne Spur Zimt. 

Abgang: Kurzweilig mit einer stärkeren Bitterkeit als auf dem Gaumen. Grapefruit und Blutorangen prägen den Abgang. 

Fazit: Definitiv ein guter Drink. Entweder pur oder auf Eis, auch als Cocktail-Grundlage gut einzubinden. Whisky darf man hier nicht erwarten, aber ein liebevolles Produkt einer neuen Brennerei.


Lindores Abbey, 3 Jahre, 46% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Bourbon-, Sherry-, Weinfässer. 

Nase: Anfangs kann er die Jugend nicht verstecken, mit etwas Luft im Glas wird er sofort milder. Er braucht ein paar Minuten. Dann erhält man angenehme Fruchtaromen, einiges an noch nicht ganz reifen Pfirsichen, etwas Birne und leicht säuerliche Äpfel. Eingebunden ist die Frucht in Fudge mit Vanillearoma und ein Hauch von Malz. 

Gaumen: Kräftiger als die Nase erahnen ließ, viel kräftiger, alkoholisch. Der säuerliche Apfel nimmt zu, Zitrusfrüchte, Malz und Vanille, auch bitteres Karamell schmecke ich. Entfernt ein Nussaroma. 

Abgang: Wärmend, mittellang bis lang, sehr trocken. 

Fazit: Als erste frei erhältliche Abfüllung der Brennerei braucht dieser Single Malt sich definitiv nicht verstecken. Jugendlich und frisch. Er hat seine Linie von mild fruchtig über kräftig zu sehr trocken. Wir werden in den kommenden Jahren sehen wohin die Reise geht. Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden. 80/100 Punkte (2021)


Lindores Abbey, 3 Jahre, „The Casks of Lindores - Bourbon“, 49,4% alc. Ausbau: Bourbonfässer

Nase: Dieser Lindores Abbey startet mit Zitrusfrüchten, Mango und etwas Ananas, dazu frische Vanilleschoten, Marshmallows, Buttergebäck und Fudge. Mit ein wenig Zeit im Glas werden die Zitrusfrüchte klarer, Mandarinen tauchen auf.

Gaumen: Fruchtig wie in der Nase, dazu aber einiges an Würze. Mandarinen, Vanille, Apfelkompott und bunter Pfeffer. Hier spürt man aber auch noch die Jugend, der Pfeffer lässt den Whisky deutlich trockener wirken und verdrängt die Fruchtaromen.

Abgang: Lang und wärmend, ausgewogener als auf dem Gaumen, leicht trocken. Angenehmes Wechselspiel zwischen den Fruchtnoten und schwarzem Pfeffer.

Fazit: Jung, kräftig und mit viel Potenzial. Für so einen jungen Whisky bereits eine schöne Erfahrung, auch wenn man ihm sein Alter natürlich anmerkt. 82/100 Punkte (2022)


Lindores Abbey „The 1494“3 Jahre, abgefüllt 2021, 49,4% alc. Originalabfüllung. Auf 1494 Flaschen limitiert, Ausgabe erfolgte nur an Mitglieder der Lindores Abbey Society 

Nase: Sehr frisch und fruchtig. Zitrusfrüchte, Pflaumenmus und Menthol. Trotz der Jugend ist der Alkohol gut eingebunden. Eine wahnsinnige Süße. Kandis, Marshmallows, Birnenkompott. Dahinter ein wenig feuchte Wiese. 

Gaumen: Junge Pflaumen, säuerliche Äpfel, Getreide. Dazu kommen angenehme Gewürze, Muskat und ein Hauch Zimt, später dann Pfeffer in Honig.

Abgang: Mittellang, wärmend, mit einer nicht scharfen Pfeffernote

Fazit: Blind hätte ich den Whisky auf 6-8 Jahre geschätzt, der Alkohol ist wunderbar eingebunden. Ein erster sehr schöner Eindruck, da freue mich jetzt schon auf den ersten 10-Jährigen. 86/100 Punkte (2021)


Lindores Abbey 2018 - 2022, 3 Jahre, 58,9% alc. Originalabfüllung für thewhiskybarrel.com. Ausbau: Oloroso Sherryfass Nr. 585

Hintergrundbild: Thorsten Rabsilber

Nase: Süß, floral, leicht blumig parfümiert. Neben Himbeermarmelade finde ich Pflaumenmus und Butterkekse, außerdem etwas Brombeersirup und verschiedene Blütenpollen. Eine wirklich fruchtige Angelegenheit mit Sommeräpfeln und Bananenmark. Ergänzend kitzeln ein wenig Zimt und Ingwer die Nase.

Gaumen: Viel intensiver als in der Nase, einiges an getrockneten Früchten, darunter Cranberries, Apfelringe und schwarze Johannisbeeren. Außerdem finde ich Mandelkerne, Muskat und Kaffeebohnen in dunkler Schokolade.

Abgang: Eher mittellang, leicht nussig und nun weniger süß. Ich finde Muskat, Gewürznelken und Zimt, dazu Milchschokolade und leichten Kaffee.

Fazit: Ein schönes Ausnahmefass, was mit ein paar Jahren mehr Reife noch besser geworden wäre. Die Brennerei muss man einfach auf dem Schirm haben. 85/100 Punkte (2022)





 
 
 
 
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